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| 10:54 Uhr

Düsseldorf
Jüdischer Verband kippt Israelreise mit Landeskirche

Düsseldorf. Der Landesverband jüdischer Gemeinden von Nordrhein hat eine gemeinsame Israel-Reise mit der Evangelischen Kirche im Rheinland kurzfristig abgesagt. Der Grund ist der Ärger über eine Gottesdienst-Arbeitshilfe zur Erinnerung an die Gründung des Staates Israel vor 70 Jahren.

Der Landesverband jüdischer Gemeinden von Nordrhein hat eine gemeinsame Israelreise mit der Evangelischen Kirche im Rheinland kurzfristig abgesagt. Der Grund ist der Ärger über eine Gottesdienst-Arbeitshilfe zur Erinnerung an die Gründung des Staates Israel vor 70 Jahren.

Ein Pfarrer im Ruhestand hatte darin die israelische Siedlungspolitik "brutal" genannt und die Gründung des Staates Israel als "Grund zur Trauer" für die Palästinenser bezeichnet. Der Vorsitzende des Landesverbands, Oded Horowitz, nannte dies nicht hinnehmbar und beklagte den "faden Beigeschmack antizionistischer Stereotype". Der Inhalt der Broschüre sei dem Landesverband erst am vergangenen Samstag bekannt geworden, sagte Geschäftsführer Michael Rubinstein. Gestern wurde die Reise zwei Tage vor ihrem geplanten Beginn abgesagt. Zwar habe Präses Manfred Rekowski im persönlichen Gespräch erklärt, bei dem Text handele es sich nicht um die grundsätzliche Meinung der Landeskirche. Aber eine Distanzierung von dem Artikel sei nicht erfolgt, hieß es.

"Bei uns herrscht große Trauer über die Absage", erklärte das Landeskirchenamt in Düsseldorf. Delegationen beider Glaubensgemeinschaften hätten anlässlich der Staatsgründung morgen gemeinsam nach Israel aufbrechen sollen, um dort das Dorf "Nes Ammim" zu besuchen, eine Begegnungsstätte für Juden, Christen und Muslime.

(heif)