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Bundesgesundheitsminister
Jens Spahn will die AfD überflüssig machen

Berlin. Der Bundesgesundheitsminister bezieht klar Stellung: Jens Spahn (CDU) sieht zwischen der Union und der AfD fundamentale Unterschiede und schließt eine Zusammenarbeit auch für die Zukunft aus.

"Die AfD-Führung ist der NPD heute näher als der Union", sagte er in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der "Neuen Zürcher Zeitung". Als größte Unterscheidungsmerkmale nannte er "unser Menschenbild, die parlamentarische Haltung, die Sprache". Die Union wolle im Gegensatz zur AfD keine Spaltung, sondern eine Gesellschaft, die durch Werte zusammenhalte.

Eine Koalition mit FDP und AfD nach der nächsten Bundestagswahl schloss Spahn aus. Spahn, der dem konservativen Flügel der CDU zugerechnet wird, sagte: "Ich will die AfD überflüssig machen." Auf die Frage, ob er dem stellvertretenden AfD-Vorsitzenden Georg Pazderski nicht näher stehe als Ralf Stegner von der SPD, antwortete Spahn, der AfD-Politiker sei ihm unbekannt. Pazderski ist Vorsitzender der AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. In der AfD zählt er zu den Gemäßigten.

Pazderski widersprach Spahn. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Spahn und seine letzten konservativen Freunde in der Union werden schon bald einen neuen politischen Verbündeten brauchen, wenn sie nicht vollkommen im System Merkel untergehen möchten." Künftig werde es "bürgerliche Mehrheiten" nur noch mit der AfD geben.

(felt)