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| 12:13 Uhr

Ärztemonitor 2018
Jeder vierte Arzt war schon Opfer von Gewalt

Ärzte in Deutschland berichten von zunehmender Gewalt und einem raueren Klima in Praxen und Krankenhäusern.
Ärzte in Deutschland berichten von zunehmender Gewalt und einem raueren Klima in Praxen und Krankenhäusern. FOTO: dpa / Benjamin Ulmer
Berlin. Ärzte in Deutschland berichten von zunehmender Gewalt und einem raueren Klima in Praxen und Krankenhäusern. Jeder vierte Arzt sei schon einmal geschlagen geworden, berichtet die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf den „Ärztemonitor 2018“.

Demnach wurden im vergangenen Jahr im Durchschnitt 288 Mal täglich Ärzte körperlich attackiert und 2600 Mal beleidigt. Der Studie zufolge kommen nur 25 Prozent der Angriffe zur Anzeige.

Für den Ärztemonitor hatten die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der NAV-Virchow-Bund (Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands) 7500 Ärzte bundesweit befragt.

Der Chef des NAV-Virchow-Bundes, Dirk Heinrich, erklärte dazu: „Meistens entzünden sich die Angriffe daran, dass Patienten nicht das bekommen, was sie wollen.“ Manche wollten sofort drankommen, andere forderten bestimmte Medikamente. Generell habe der Respekt vor Ärzten in den letzten Jahren deutlich abgenommen, so der Hamburger Mediziner.

Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, sagte der Zeitung: „Hier spiegeln sich Entwicklungen in unserer Gesellschaft wider: fehlender Respekt und ein hemmungsloser Egoismus.“ Für die Entwicklung macht Gassen einzelne Politiker und Krankenkassenvertreter mitverantwortlich: „Wer ständig einen kompletten Berufsstand herabwürdigt, braucht sich nicht zu wundern und Krokodilstränen weinen, wenn dies dann schließlich zur Gewalt in Praxen führt.“

kna/fh