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| 09:34 Uhr

Bericht zu öffentlichen Schulden vom Statistischen Bundesamt
Jeder Deutsche hat 23797 Euro Schulden

Die Schuldenuhr vom Bund der Steuerzahler. Ab Dezember 2017 läuft sie - erstmals nach 22 Jahren - rückwärts.
Die Schuldenuhr vom Bund der Steuerzahler. Ab Dezember 2017 läuft sie - erstmals nach 22 Jahren - rückwärts. FOTO: dpa / Fredrik Von Erichsen
Wiesbaden. Die öffentlichen Schulden sind im Jahr 2017 gesunken. Neben Brandenburg und Sachsen konnten auch viel andere Bundesländer Schulden abbauen.

Schulden. Das ist die Pro-Kopf-Verschuldung, die sich aus den Schulden in Deutschland im öffentlichen Gesamthaushalt (Bund, Länder, Gemeinden/Gemeindeverbände und Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) ergibt. Die lag laut Statistischem Bundesamt zum Jahresende 2017 bei 1 967,2 Milliarden Euro.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach endgültigen Ergebnissen weiter mitteilt, hat sich damit der Schuldenstand gegenüber den revidierten Ergebnissen zum 31.12.2016 um 2,1 Prozent beziehungsweise 42,1 Milliarden Euro verringert. Zum nicht-öffentlichen Bereich gehören Kreditinstitute, der sonstige inländische Bereich – wie zum Beispiel private Unternehmen – und der sonstige ausländische Bereich.

Alle Ebenen des Öffentlichen Gesamthaushalts trugen zum Schuldenabbau bei. Der Bund war zum Ende des Jahres 2017 mit 1 242,5 Milliarden Euro verschuldet. Der Schuldenstand sank damit um 1,2 Prozent beziehungsweise 14,5 Milliarden Euro gegenüber dem Jahresende 2016.

Einen noch stärkeren Rückgang erreichten die Länder: Der Schuldenstand nahm um 3,7 Prozent beziehungsweise 22,5 Milliarden Euro auf 586,2 Milliarden Euro ab. Die meisten Länder konnten ihre Verschuldung abbauen. Prozentual besonders stark sank sie dabei in Sachsen (-16,0 Prozent), Baden-Württemberg (-13,0 Prozent) und Bayern (-12,7 Prozent). Brandenburg liegt auf Platz vier der Verschuldungsabbauer (-6,7 Prozent).

Entgegen der allgemeinen Tendenz erhöhten sich die Schulden in drei Ländern: Hamburg (+4,6 Prozent), Thüringen (+3,5 Prozent) sowie Sachsen-Anhalt (+2,2 Prozent). Ein wesentlicher Grund in Hamburg waren Schuldenaufnahmen im Zusammenhang mit dem Komplex um die HSH Nordbank.

Die Gemeinden und Gemeindeverbände senkten ihren Schuldenstand um 3,5 Prozent beziehungsweise fünf Milliarden Euro auf 138 Milliarden Euro. In allen Ländern gab es Rückgänge, die prozentual höchsten in Sachsen (-9,5 Prozent), Sachsen-Anhalt (-6,8 Prozent) und Hessen (-6,4 Prozent).

Die Sozialversicherung war mit 404 Millionen Euro verschuldet, das waren 6,9 Prozent beziehungsweise 30 Millionen Euro weniger als im Vorjahr.

Methodische Hinweise
Die Verschuldung der Länder enthält auch die empfangenen Barsicherheiten aus Derivatgeschäften des Landes-Kernhaushaltes (zum Beispiel Nordrhein-Westfalen für das Jahr 2016 in Höhe von 2,427 Milliarden Euro und für das Jahr 2017 in Höhe von 919,7 Millionen Euro).

(red/lsc)