ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:09 Uhr

Tatvorwurf: Planung eines Anschlags
Islamist in Berlin festgenommen – Komplize in Frankreich

Die Bundesanwaltschaft hat einen 31 Jahre alten Mann in Berlin festnehmen lassen. Die Festnahme erfolgte durch Beamte des Bundeskriminalamtes mit Unterstützung der GSG 9 und des Landeskriminalamtes.
Die Bundesanwaltschaft hat einen 31 Jahre alten Mann in Berlin festnehmen lassen. Die Festnahme erfolgte durch Beamte des Bundeskriminalamtes mit Unterstützung der GSG 9 und des Landeskriminalamtes. FOTO: dpa / Kay Nietfeld
Karlsruhe/Berlin. Mit einem weiteren Verdächtigen soll er einen Sprengstoffanschlag in Deutschland geplant haben. Jetzt wurde der 31-Jährige in Berlin festgenommen. Eine Frage beschäftigt die Ermittler besonders.

Die Bundesanwaltschaft hat einen 31 Jahre alten Islamisten in Berlin wegen Terrorverdachts festnehmen lassen. Der Russe soll einen Sprengstoffanschlag geplant haben, teilte die Behörde in Karlsruhe mit. Die Festnahme erfolgte am Mittwoch durch Beamte des Bundeskriminalamtes mit Unterstützung der GSG 9 und des Landeskriminalamtes. Die Ermittler durchsuchten die Wohnung von Magomed-Ali C., vor allem um herauszufinden, wo der Sprengstoff ist. Zugrunde lag ein Haftbefehl vom 9. August. Der 31-Jährige soll an diesem Donnerstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.

Die Bundesanwaltschaft verdächtigt den 31-Jährigen, gemeinschaftlich mit einem in Frankreich inhaftierten Mann eine schwere staatsgefährdende Gewalttat in Deutschland vorbereitet zu haben. Vorausgegangen waren Ermittlungen französischer Strafverfolgungsbehörden gegen Clément B., der am 18. April 2017 in Marseille festgenommen worden war. Clément B. soll zwei Anschläge geplant haben. Einen in Frankreich mit einem ebenfalls festgenommenen weiteren Mann und einen in Deutschland zusammen mit Magomed-Ali C.

Der beschuldigte Russe soll nach Angaben der Bundesanwaltschaft am 26. Oktober 2016 in seiner Wohnung in Berlin eine erhebliche Menge des gefährlichen Sprengstoffs TATP gelagert haben. Damit habe ein Sprengsatz gebaut und an einem unbekannten Ort in Deutschland gezündet werden sollen. Die Anschlagsvorbereitungen seien aber durch die Polizei gestört worden. Beide Männer trennten sich damals.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur steht die Festnahme nicht im Zusammenhang mit einer akuten Anschlagsgefahr. Erkenntnisse, dass der festgenommene Islamist derzeit einen Anschlag geplant habe, gebe es nicht. In Berliner Sicherheitskreisen hieß es, der Verdächtige sei kein Unbekannter gewesen. „Er war auf der Liste der Gefährder.“ Der Mann sei schon länger im Visier der Sicherheitsbehörden gewesen.

Den mutmaßliche Anschlagsplan der beiden Verdächtigen in Frankreich hatten die Sicherheitsbehörden im April 2017 wenige Tage vor der französischen Präsidentenwahl vereitelt. Ermittler griffen die mutmaßlichen Islamisten im Alter von damals 23 und 29 Jahren in Marseille auf. In einer von Clément B. gemieteten Wohnung wurden Schusswaffen, gut drei Kilo TATP und eine gezeichnete Fahne der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefunden. Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins sagte damals, eine „gewalttätige Aktion“ habe unmittelbar gedroht.

Den französischen Ermittlern zufolge wurde in der Wohnung der Verdächtigen unter anderem eine Maschinenpistole vom Typ Uzi und Material zur Sprengstoffherstellung sichergestellt.

(dpa/uf)