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Innenausschuss in Hamburg diskutiert Messerattacke

Hamburg. () Die Messerattacke von Hamburg-Barmbek mit einem Toten und mehreren Verletzten beschäftigt eine Sondersitzung des Innenausschusses der Hamburger Bürgerschaft. Zur "Darstellung des aktuellen Sachstands" – so der einzige Tagesordnungspunkt – werden am Mittwoch im Rathaus Innensenator Andy Grote (SPD), Polizeipräsident Ralf Martin Meyer sowie der Chef des Hamburger Verfassungsschutzes, Torsten Voß, erwartet. dpa/sm

Ein 26 Jahre alter abgelehnter Asylbewerber hatte sich am 28. Juli im Stadtteil Barmbek in einem Supermarkt mit einem Küchenmesser bewaffnet und danach unvermittelt auf Menschen eingestochen. Ein 50-Jähriger starb. Sieben weitere Menschen wurden verletzt. Die Ermittlungen leitet die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) fordert eine Aufklärung der blutigen Tat ohne Schuldzuweisungen. Es sei bedrückend, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) eine Frist versäumte, in der der Mann hätte nach Norwegen zurückgeschickt werden können, sagte Scholz in einem Interview. "Ich bestehe aber darauf, dass nicht der eine mit dem Finger auf den anderen zeigt." Die Umstände dieses Falls müssten sorgfältig aufgearbeitet werden.

Nach Informationen des "Spiegel" sprach der Hamburger Verfassungsschutz im September 2016 mit einem Hinweisgeber aus dem Umfeld des Tatverdächtigen. Danach soll die Behörde bei der Bundespolizei den Palästinenser zur Grenzfahndung ausschreiben lassen haben. Außerdem berichtete das Magazin von Hinweisen aus einem Flüchtlingscafé, wo der Mann gedroht haben soll, dass der Terror "auch hierherkommen" werde.

Diese Angaben wollte der Verfassungsschutz bislang nicht kommentieren. Die Bundesanwaltschaft hatte keine Anhaltspunkte für eine Mitgliedschaft des mutmaßlichen Hamburger Täters in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder in einer anderen Gruppierung. Den Landesbehörden war der Mann als Islamist bekannt, wurde aber als nicht unmittelbar gefährlich eingestuft. Es gibt Hinweise, dass er psychisch labil war.