ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:05 Uhr

Nach langem Streit
Nun also doch: Nutri Score kommt

Berlin . In Deutschland soll es eine einheitliche Nährwertkennzeichnung für Lebensmittel geben.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich für Nutri-Score als Kennzeichnung von Fett, Zucker und Salz in vielen Lebensmitteln ausgesprochen. Nach heftiger Diskussion soll es in Deutschland nun eine einheitliche Nährwertkennzeichnung für Lebensmittel geben.

Was ist der Nutri-Score? Das Logo bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz empfehlenswerte Bestandteile wie Eiweiße in eine Bewertung ein und gibt dann einen Wert an – in einer fünfstufigen Skala von „A“ auf dunkelgrünem Feld für die günstigste Bilanz über ein gelbes „C“ bis zu einem roten „E“ für die ungünstigste.

Wieso hat sich der Nutri-Score durchgesetzt? Seit Jahren wird darüber diskutiert, welches System der Nährmittelkennzeichnung eingeführt werden soll. In der nun vorgelegten Studie „Erweiterte Nährwertkennzeichnungs-Modelle“, die im Juli und August 2019 im Auftrag des Ministeriums stattgefunden hat, hat Nutri-Score in allen Fragestellungen an erster Stelle gelegen – bei der Frage, welches Modell in Deutschland eingeführt werden solle, mit 57 Prozent. Es folgte ein Modell, das das bundeseigene Max-Rubner-Forschungsinstitut auf Bitte des Ministeriums entwickelt hatte, mit 28 Prozent, gefolgt von dem Keyhole-Modell (sieben Prozent) und einem von der Lebensmittelindustrie entwickelten Modell (fünf Prozent).

Wie geht es weiter? Ernährungsministerin Julia Klöckner will bereits im Oktober dem Bundeskabinett einen Verordnungsentwurf vorlegen. Sollte der durch das Parlament und den Bundesrat gehen, könnte das Logo bereits im Laufe des Jahres 2020 auf die Lebensmittelverpackungen kommen.

Wo gibt es den Nutri-Score bereits? Das Logo ist seit 2017 in Frankreich im Einsatz, Belgien hat es 2019 eingeführt, Spanien und Portugal wollen folgen. Offenbar hat auch bei Lebensmittelhändlern und -herstellern wie Aldi oder Nestlé ein Umdenken stattgefunden, aus der Richtung kam zuletzt Zustimmung.

Warum ist ein Logo nötig? Durch veränderte Ess- und Lebensgewohnheiten halten es Experten für angebracht, mehr Informationen über Lebensmittel bereitzustellen. Laut Statistischem Bundesamt gelten 53 Prozent der Deutschen als zu dick – 62 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen.

Kommentar Meinungsseite 8