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| 18:47 Uhr

Politik
Immer mehr Ruheständler geben ihre Rente im Ausland aus

Sonne, Sand, Sangria – mancher, der in seinem Jahresurlaub deutsche Rentner an den Küsten des Südens erlebt, träumt dann auch von einem ähnlichen Ruhestand.
Sonne, Sand, Sangria – mancher, der in seinem Jahresurlaub deutsche Rentner an den Küsten des Südens erlebt, träumt dann auch von einem ähnlichen Ruhestand. FOTO: picture alliance / dpa-tmn / Diagentur
Berlin. Rentenversicherung registriert deutlichen Zuwachs – insgesamt aber überschaubare Zahlen. Von Stefan Vetter

Immer mehr Rentner mit Altersbezügen aus der gesetzlichen Rentenkasse leben im Ausland. Ihre Zahl ist seit dem Jahr 2000 von 1,1 auf 1,5 Millionen gestiegen. Das geht aus einer aktuellen Datenübersicht der Deutschen Rentenversicherung hervor, die der RUNDSCHAU vorliegt.

Mancher mag es wieder beim Sommerurlaub neidvoll erlebt haben: Viele deutsche Rentner verbringen ihren Lebensabend dauerhaft an den sonnigen Küsten Spaniens oder Italiens. Für die Deutsche Rentenversicherung ist dieser Personenkreis allerdings eine eher überschaubare Größe im „Auslandsgeschäft“. Denn nur etwa jede siebte Rente (14 Prozent), die ins Ausland geht, wird an Deutsche ausgezahlt. Dazu zählen neben der eigentlichen Altersrente zum Beispiel auch Witwen- und Erwerbsminderungsrenten. Viele Ruheständler bekommen deshalb auch mehrere Renten. Derweil ist die erste Adresse für die Überweisungen auch nicht Deutschlands „17. Bundesland“ Mallorca, wie man gemeinhin annehmen könnte, sondern die Schweiz. Mit gut 26 000 Renten hat das südwestliche Nachbarland den höchsten Anteil. Es folgen die USA und Österreich mit jeweils rund 24 300 Rentenzahlungen.

Insgesamt gingen im vergangenen Jahr rund 1,75 Millionen Renten ins Ausland. Dies entspricht einem Anteil von knapp sieben Prozent aller Rentenzahlungen. Noch im Jahr 2000 waren es nur 1,21 Millionen Renten. Der Zuwachs seit der Jahrtausendwende liegt damit bei rund 45 Prozent.

„Dieser Anstieg beruht zu einem großen Teil auf der Zuwanderung von Arbeitnehmern vor allem aus Italien, Spanien, Griechenland, dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei in den 1960er- und 1970er-Jahren und der damit verbundenen Zahlung von Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland“, erläuterte ein Sprecher der Rentenversicherung. Viele der ehemaligen Gastarbeiter seien nunmehr im Rentenalter und ließen sich die deutsche Rente nach Rückkehr in ihr Heimatland ins Ausland überweisen.

Rund 1,25 Millionen Renten wurden im vergangenen Jahr in 27 Länder der Europäischen Union überwiesen. Im Jahr 2000 waren es noch 0,72 Millionen in 14 EU-Länder. „Immer mehr Rentnerinnen und Rentner nutzen damit die Freizügigkeit in der Europäischen Union und erhalten ihre Rente im EU-Ausland“, so die Deutsche Rentenversicherung.

Unter dem Strich gehen 86 Prozent aller Auslandsrenten an ausländische Staatsangehörige. Darunter sind mit etwa 367 000 die meisten Rentenempfänger Italiener – gefolgt von Spanien mit rund 204 000 und Griechenland mit rund 98 000 Zahlungen.