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| 19:02 Uhr

Ordnungshüter greifen durch
Promille-Radler zum „Idioten-Test“

FOTO: Uli Deck / dpa
Cottbus/Senftenberg. Ordnungshüter greifen härter durch. Bürger unterschätzen die Folgen von Alkohol-Fahrten.

Immer mehr berauschte Lausitzer Radfahrer werden von der Polizei aus dem Verkehr gezogen. Denn die Bürger unterschätzen die Folgen dieser Alkohol-Fahrten enorm. Das bestätigt der Senftenberger Strafrichter Harald Rehbein, der Promille-Verkehrssünder im Gerichtssaal durchaus auch hart mit den Tränen kämpfen sieht. Denn zunehmend folgen den geringen Geldstrafen und Arbeitsauflagen des Richters auch der Entzug des Führerscheines für motorisierte Gefährte durch die Verkehrsbehörde und die Pflicht zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU), dem gefürchteten „Idioten“-Test.

Die Ordnungshüter greifen auf den Straßen und Radwegen spürbar härter durch. Ab einer nachgewiesenen Blutalkolholkonzentration von 1,6 Promille landen die Radfahrer wegen Trunkenheit im Straßenverkehr vor dem Kadi.

Der Gesetzgeber begründet seinen Zugriff auf den Führerschein in dem Fall so: Er geht davon aus, dass ein Inhaber einer Fahrerlaubnis, der in der Lage ist, mit einer hohen Alkoholisierung ein Balancefahrzeug zu fahren, über eine erhebliche Trink- und Giftfestigkeit verfügen muss. Das erklärt Sarah Werner, Sprecherin des Oberspreewald-Lausitz-Kreises. Daraus resultiere „die wissenschaftlich erwiesene erhöhte Wahrscheinlichkeit“, dass der Radler auch ein Kraftfahrzeug unter Einfluss von Alkohol führen könnte. Deshalb werden Trunkenheitsfahrten mit dem Fahrrad zum Anlass genommen, auch die Kraftfahr-Eignung zu überprüfen. Der überwiegende Teil der Verkehrssünder besteht die MPU im ersten Anlauf nicht.