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| 17:45 Uhr

Integrationsbeauftragte ist enttäuscht
Seehofer nimmt nicht am Integrationsgipfel teil

Seehofer kommt nicht zum Integrationsgipfel im Bundeskanzleramt. Bei der Begründung seiner Entscheidung bezieht er sich auf einen Artikel einer Teilnehmerin des Gipfels.

Bundesinnenminister Horst Seehofer kommt nicht zum 10. Integrationsgipfel im Bundeskanzleramt. Auf Fragen von Journalisten, weshalb er als Minister für Heimat und Migration dort nicht erscheinen wolle, zog er am Dienstag die Kopie eines Artikels aus der Tasche seines Jacketts. Der Artikel von Ferda Ataman, die zu den Teilnehmern der Veranstaltung bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Mittwoch gehört, trägt den Titel „Deutschland, Heimat der Weltoffenheit“.

Ataman schreibt darin unter anderem: „Politiker, die derzeit über Heimat reden, suchen in der Regel eine Antwort auf die grassierende ,Fremdenangst’. Doch das ist brandgefährlich. Denn in diesem Kontext kann Heimat nur bedeuten, dass es um Blut und Boden geht: Deutschland als Heimat der Menschen, die zuerst hier waren.“ Und: „Das Heimatministerium ist vor allem Symbolpolitik für potenzielle rechte Wähler.“ Ferda Ataman ist Sprecherin der Neuen Deutschen Organisationen, einem Netzwerk von Initiativen von Menschen aus Einwandererfamilien.

Seehofer sagte mit Blick auf den Artikel: „Blut und Boden. Mich damit in Verbindung zu bringen. Das sollte ich mal machen.“ Es sei falsch, zu behaupten „Heimat“ habe etwas zu tun mit der „Sprache der Nazis“.

Ein Sprecher seines Ministeriums hatte zuvor erklärt, Seehofer werde bei der Veranstaltung am Mittwoch vom Parlamentarischen Staatssekretär Marco Wanderwitz (CDU) vertreten. Über Seehofers Absage hatte zuerst das ARD-Magazin „Kontraste“ berichtet.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), zeigte sich laut „Spiegel Online“ enttäuscht über die Absage des Innenministers: „Ich bedaure, dass Horst Seehofer aus terminlichen Gründen nicht teilnehmen kann und freue mich auf die enge Zusammenarbeit im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Integration.“

(eler)