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| 07:29 Uhr

Berlin
Hackerangriff lief weltweit

Offen bleibt, ob die Cyberattacke tatsächlich gänzlich beendet ist. Eva Quadbeck

Offen bleibt, ob die Cyberattacke tatsächlich gänzlich beendet ist.

Als Konsequenz aus dem Hackerangriff auf Netze der Bundesverwaltung erwägt die Bundesregierung eine Verlängerung der Speicherfristen. Dann könnten beispielsweise Angriffe auf das von den Hackern ins Visier genommene Netz des Informationsverbundes Berlin-Bonn (IVBB) über eine Frist von drei Monaten hinaus zurückverfolgt werden.

Ob der Hackerangriff nun beendet ist, ließ ein Sprecher von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) gestern offen. "Die akute Gefahr wurde unmittelbar nach Bekanntwerden abgewendet", sagte er. Die Bundesregierung zeigte sich verärgert darüber, dass die Informationen über den Hackerangriff an die Öffentlichkeit gelangt waren. Die betroffenen Behörden hatten Mitte Dezember Kenntnis von dem Angriff erhalten. Dem Innenminister zufolge konnte die Attacke unter Kontrolle gebracht werden. "Die Ermittler hätten gerne noch die Werkzeuge und die Methodik der Angreifer erkundet", sagte CDU-Digitalexperte Thomas Jarzombek unserer Redaktion. Vor dem Hintergrund der geheimdienstlichen Ermittlungen verteidigte er das Vorgehen, auch das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags nicht zu informieren, das die Geheimdienste überwacht: "Je mehr Leute von einer Hackerattacke wissen, umso schneller quatscht einer." Die Geheimhaltung sei richtig gewesen.

Offenbar gab es weltweit Spionageangriffe. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge sollen auch Staaten in Südamerika, im Baltikum, in Skandinavien und in der ehemaligen Sowjetunion betroffen sein. Derweil wehrte sich Russland gegen den Verdacht, dass die russische Hackergruppe "Snake" hinter der Cyberattacke stecke. "Wir nehmen mit Bedauern zur Kenntnis, dass alle Hackerangriffe in der Welt mit russischen Hackern in Verbindung gebracht werden", sagte ein Kreml-Sprecher. In Sicherheitskreisen geht man dennoch von einer russischen Attacke aus. Die Bundesanwaltschaft hat unterdessen Vorermittlungen gegen unbekannt wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit aufgenommen.