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EU-Türkei-Gipfeltreffen
Juncker und Tusk können sich mit Erdogan nicht einigen

Warna. Die EU-Spitzen sind zehn Monate nach ihrem letzten Gipfeltreffen am Montagabend mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zusammengekommen. Für die EU nahmen an dem Treffen im bulgarischen Schwarzmeerort Warna Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Ratspräsident Donald Tusk teil.

Vertreter der EU und der Türkei sprechen über die Beziehungen zueinander. Es geht auch um eine Mitgliedschaft des Landes in der Europäischen Union. In wichtigen Streitfragen erzielen beide Seiten jedoch keine Annäherung.

EU-Ratspräsident Donald Tusk betonte am Montagabend nach den Gesprächen mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, dass die EU weiter besorgt über die Rechtsstaatlichkeit in der Türkei sei. Zudem kritisierte er die Inhaftierung von EU-Bürgern in dem Land und die türkische Blockade von Erdgasbohrungen vor Zypern. Auch die Besorgnis der EU über die türkischen Militäraktionen in Syrien habe man zum Ausdruck gebracht.

Erdogan zeigte sich dennoch optimistisch, dass sich die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU wieder verbessern könnten. "Wir hoffen, dass wir in den Beziehungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union die schwierige Zeit hinter uns gelassen haben." Erdogan betonte, die Türkei strebe seit 1963 eine Mitgliedschaft in der EU an und sei immer noch Kandidat. Unmittelbar vor dem Gipfel hatte Erdogan von der EU gefordert, den eingefrorenen Beitrittsprozess wiederzubeleben.

Erdogan sprach sich dafür aus, die von Ankara angestrebte Modernisierung der Zollunion mit der EU schnell anzugehen und dabei politische Aspekte außen vor zu lassen. Er verwies darauf, dass seine Regierung im Februar der EU Vorschläge unterbreitet habe, wie die Türkei die noch offenen Bedingungen zur Visaliberalisierung erfüllen könnte. Die Visaliberalisierung müsse nun schnell umgesetzt werden.

Erdogan betonte: "Die Türkei ist ein demokratischer Rechtsstaat, der Menschenrechte und Grundrechte und Freiheiten respektiert." Zum Streit um die türkische Blockade von Erdgasbohrungen in Zypern sagte er, die Interessen der türkischen Zyprioten müssten berücksichtigt werden.

Die EU sicherte Erdogan zu, wie versprochen weitere drei Milliarden Euro für die Versorgung syrischer Flüchtlinge in der Türkei bereitzustellen. "Es sollte keinen Zweifel geben, dass die EU ihren Zusagen nachkommen wird", sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Die Beziehungen zwischen Brüssel und Ankara sind seit langem angespannt. Tusk dankte der bulgarischen Ratspräsidentschaft für die Einladung zu dem Gipfel. "Ich will unterstreichen, wie bedeutend diese Initiative von Ministerpräsident Boiko Borissow für alle EU-Mitgliedsstaaten ist", sagte Tusk. "Das ist, was unsere Beziehungen zur Türkei verbessern kann und sollte."

(gaa)