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Generalstreik und Massenproteste

Gegen Polizeigewalt – Demo von Befürwortern des katalanischen Unabhängigkeitsreferendums.
Gegen Polizeigewalt – Demo von Befürwortern des katalanischen Unabhängigkeitsreferendums. FOTO: dpa
Madrid/Barcelona. Die spanische Regierung hat eine "Verfolgung" von Staatspolizisten durch Separatisten in der nach Unabhängigkeit strebenden Region Katalonien angeprangert. Innenminister Juan Ignacio Zoido warnte, man werde "alles Nötige unternehmen", um die Verfolgung zu stoppen. dpa/sm

Die Beamten waren in der Region im Einsatz, um das gerichtlich verbotene Unabhängigkeitsreferendum vom Sonntag zu verhindern.

Zehntausende Katalanen folgten am Dienstag dem Aufruf zu einem Generalstreik und Demonstrationen, um gegen die Polizeigewalt vom Sonntag mit fast 900 Verletzten zu demonstrieren. In der katalanischen Regionalhauptstadt Barcelona war der Universitätsplatz schon gegen Mittag zum Bersten voll. Tausende von Menschen sangen dort die katalanische Nationalhymne und riefen: "Die Straßen gehören uns!"

Der Generalstreik machte sich seit dem frühen Dienstagmorgen bemerkbar. In Barcelona etwa blieben Schulen, Geschäfte, Büros und Cafés geschlossen. Die öffentlichen Transportmittel fuhren nur sehr eingeschränkt. Kataloniens Regierungschef Carles Puigdemont forderte die Demonstranten auf, bei den Protesten gegen die Polizeigewalt friedlich zu bleiben. Nach dem Referendum hatte er die Ausrufung der Unabhängigkeit Kataloniens angekündigt, aber auch die Notwendigkeit einer Vermittlung hervorgehoben.

Minister Zoido hatte am Dienstagmorgen eine Dringlichkeitssitzung mit den Chefs der Polizeieinheiten Guardia Civil und Policía Nacional abgehalten. Danach hatte er sich auch mit Ministerpräsident Mariano Rajoy beraten.

In den vergangenen Tagen gab es in Katalonien bereits zahlreiche Proteste. Hotels in den Küstenorten Calella und Pineda de Mar warfen sogar Hunderte von Polizisten hinaus. Auch die stellvertretende Ministerpräsidentin Soraya Saénz de Santamaría kritisierte am Dienstag die Demonstrationen gegen die Polizei in Katalonien und gab den separatistischen Politikern der Region die Schuld. "Wir werden mafiöses Verhalten der Gemeinden in Katalonien nicht tolerieren", sagte sie.