ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 09:07 Uhr

Gefühl und Sicherheit

Die jüngste Kriminalstatistik darf uns für einen Augenblick auch mal ein gutes Gefühl geben: 23 Prozent weniger Wohnungseinbrüche, zehn Prozent weniger Straftaten, zwei Drittel weniger Angriffe auf Flüchtlingsheime. Wenn Staat und Gesellschaft daraus den Schluss ziehen, dass Probleme nicht nur beklagt, sondern auch gelöst werden können, wenn nur alle richtig reagieren, dann hat die Statistik auch einen positiven Effekt. Gregor Mayntz

Die jüngste Kriminalstatistik darf uns für einen Augenblick auch mal ein gutes Gefühl geben: 23 Prozent weniger Wohnungseinbrüche, zehn Prozent weniger Straftaten, zwei Drittel weniger Angriffe auf Flüchtlingsheime. Wenn Staat und Gesellschaft daraus den Schluss ziehen, dass Probleme nicht nur beklagt, sondern auch gelöst werden können, wenn nur alle richtig reagieren, dann hat die Statistik auch einen positiven Effekt.

Doch die Zahl 34.725 gibt es nur in der Statistik. In so viele Wohnungen ist 2017 weniger eingebrochen worden als 2016. Es gibt keine 34.725 Familien, die bestätigen könnten, dass sie sich sicherer fühlen. Es gibt nur 116.540 Familien, die gewaltsames Eindringen in ihre intimste Privatsphäre beklagen müssen. Insofern mahnt jede Kriminalstatistik, bloß nicht nachzulassen. Und sie hilft, Entwicklungen richtig einzustufen. Ja, die islamistische Kriminalität steigt. Und: Ja, die rechtsextremistische Kriminalität sinkt. Doch die islamistische stieg auf rund 1100 Fälle, die von Rechtsextremen sank auf 20.520. So viel zum Gefühl.