| 11:55 Uhr

Außenminister in Israel
Gabriel und Netanjahu räumen Differenzen aus

Außenminster Sigmar Gabriel war zu Gast beim israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Jerusalem.
Außenminster Sigmar Gabriel war zu Gast beim israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Jerusalem. FOTO: dpa, MA
Das Treffen von Außenminister Sigmar Gabriel und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu lief harmonisch ab. Während Netanjahu den deutschen Beitrag zur Sicherheit Israels lobte, erklärte Gabriel den Streit mit dem Ministerpräsidenten für beendet.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den deutschen Beitrag zur Sicherheit Israels gewürdigt. In einem kurzen gemeinsamen Auftritt mit Außenminister Sigmar Gabriel in seinem Amtssitz in Jerusalem sagte er am Mittwoch nach einem 40-minütigen Vier-Augen-Gespräch: "Ich möchte Ihnen für das deutsche Engagement für Israels Sicherheit danken."

Deutschland hat in den vergangenen Jahren unter anderem mehrere U-Boote an Israel geliefert. Im Herbst hatten beide Seiten eine Vereinbarung über den Export dreier weiterer Boote unterzeichnet.

Gabriel bekräftigt Zwei-Staaten-Lösung

Weitere Themen in dem Gespräch waren die Krisen in Syrien und im Jemen sowie der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Gabriel bekräftigte die Forderung nach einer Zwei-Staaten-Lösung und sprach sich für neue Gespräche darüber aus. Die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA hatte den Konflikt zuletzt wieder erheblich verschärft.

Gabriel kritisierte auch die Rolle Irans in regionalen Konflikten wie dem Jemenkrieg oder im Libanon. "Wir haben keine unterschiedlichen Meinungen zum Verhalten des Irans", sagte er. In der Haltung zum Nuklearkommen mit dem Iran, das den Bau einer iranischen Atombombe verhindern soll, sind sich beide Seiten allerdings uneins. Israel lehnt das Abkommen ab, das von Deutschland mit ausgehandelt wurde.

Netanjahu und Gabriel trafen sich zum ersten Mal seit einem Eklat beim Antrittsbesuch Gabriels (SPD) vor neun Monaten. Im vergangenen April hatte Netanjahu einen Termin mit Gabriel platzen lassen, weil der nicht bereit war, auf ein Treffen mit regierungskritischen Organisationen zu verzichten.

Gabriel erklärt Streit für beendet

Diesen Streit hat Gabriel bei dem Treffen für beendet erklärt. "Das Thema ist, glaube ich, ausgeräumt", sagte er vor Journalisten in Jerusalem. Gleichzeitig betonte Gabriel, dass Meinungsverschiedenheiten, die vor neun Monaten zu einem Eklat führten, weiter bestehen.

"Ich nehme an, dass Ministerpräsident Netanjahu seine Reaktion heute immer noch rechtfertigen würde", sagte Gabriel. Im vergangenen April hatte Netanjahu einen Termin mit Gabriel platzen lassen, weil der nicht bereit war, auf ein Treffen mit regierungskritischen Organisationen zu verzichten.

"Ich fand das damals angemessen, eine Verabredung mit der Zivilgesellschaft nicht einfach abzusagen", sagte Gabriel. Es gebe aber viele Themen, in denen er mit Netanjahu einer Meinung sei.

(se)