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| 16:47 Uhr

Debatte nach Fußball-EM-Vergabe
Forderungen nach mehr Länderspielen in Ostdeutschland

Träumen kann man ja mal: Welche Länder-Mannschaft würden sich die Cottbuser Fans wohl zum Trainieren im Stadion der Freundschaft wünschen?
Träumen kann man ja mal: Welche Länder-Mannschaft würden sich die Cottbuser Fans wohl zum Trainieren im Stadion der Freundschaft wünschen? FOTO: dpa / Jan Woitas
Magdeburg. Seit einem Jahr standen die potenziellen EM-Städte fest. Nach der Vergabe der Europameisterschaft 2024 wollen nun aber auch andere Regionen von dem Turnier profitieren.

Ostdeutsche Politiker haben sich nach der Vergabe der Fußball-EM 2024 mit Leipzig als dem einzigen Standort in den neuen Bundesländern für mehr Länderspiele im Osten ausgesprochen. „Das muss auf verantwortlicher Seite, nicht zuletzt aus Gründen einer inzwischen 28 Jahre andauernden Benachteiligung des Ostens in dieser Frage, deutlich angedacht werden“, sagte Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) am Freitag.

Sein Amts- und Partei-Kollege Lorenz Caffier aus Mecklenburg-Vorpommern hält die EM in sechs Jahren für ein gutes Signal „an die Menschen hier und eine gute Gelegenheit für den DFB“, „dem ostdeutschen Fußball neuen Schwung zu verleihen“. Er fand am Freitag, dass neben Leipzig auch Rostock, Magdeburg oder Dresden für Vorrundenspiele des Kontinental-Turnier geeignet seien.

Allerdings hatten sich bei der nationalen Entscheidung um die zehn Standorte nur Leipzig und Dresden beworben. Die anderen genannten Städte hatten es erst gar nicht versucht. Weil das Stadion in der Landeshauptstadt Sachsens zu klein ist und nicht die festgeschriebenen Kriterien der UEFA erfüllte, hatte auch Dresden keine Chance.

Die Entscheidung über die künftigen EM-Städte war vor fast genau einem Jahr gefallen. Änderungen sind kaum möglich und „nur in absoluten begründeten Ausnahmefällen und in Absprache mit der UEFA“ denkbar.

Einen Tag nachdem Deutschland im Duell mit der Türkei den endgültigen Zuschlag durch die UEFA in Nyon bekommen hatte, nutzten Politiker und Funktionäre aber die Gelegenheit, sich für ihre Region stark zu machen. Bereits vor der Wahl hatte sich Sachsens Fußballverbandschef Hermann Winkler dafür ausgesprochen, „dass wir beim DFB weiter diesen Umdenkprozess machen und Länderspiele künftig auch in kleinere Stadien vergeben müssen“. Winkler meinte damit Stadien wie die in Dresden, Magdeburg oder Rostock. Das nächste Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft findet am 15. November gegen Russland in der ehemaligen WM- und designierten EM-Stadt Leipzig statt.

„Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass der Osten mehr offizielle Spielorte bekommt“, sagte Stahlknecht. Als Vorsitzender der Innenminister-Konferenz wolle er für diesen Punkt in einem kommenden Gespräch mit dem Deutschen Fußball-Bund und der Deutschen Fußball Liga noch einmal gesondert werben, kündigte er an.

Zudem hofft er auf Teams, die während der EM ihr Camp in Ostdeutschland aufschlagen. „Für den Moment wäre aber mindestens denkbar, dass etablierte Fußballstädte wie Rostock, Dresden, Cottbus, Jena oder mit Blick auf Sachsen-Anhalt natürlich Magdeburg und Halle Quartier- und Trainingsstätten für Gastmannschaften sein könnten“, sagte Stahlknecht.

Auch Sachsen-Anhalts Fußballverbandspräsident Erwin Bugar hat das Ziel, „dass eine oder zwei Nationalmannschaften ihr Quartier während der EM in Sachsen-Anhalt beziehen“, sagte er dem MDR Sachsen-Anhalt. Neben den Trainingsplätzen seien auch Unterkünfte und eine gute Infrastruktur erforderlich, betonte er, zeigte sich aber optimistisch, dass Magdeburg und Halle und vielleicht auch weitere Orte diese Anforderungen erfüllen würden.

(dpa)