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Über 62 Prozent der Stimmen
Finnische Wähler bestätigen Präsident Niinistö klar im Amt

Präsidentschaftskandidat und Amtsinhaber Sauli Niinistö hat die Präsidentschaftswahl in Finnland nach Hochrechnungen klar gewonnen.
Präsidentschaftskandidat und Amtsinhaber Sauli Niinistö hat die Präsidentschaftswahl in Finnland nach Hochrechnungen klar gewonnen. FOTO: dpa, wie
Sogar der Gewinner selbst war am Wahlabend von dem klaren Resultat überrascht: Der finnische Präsident Sauli Niinistö ist mit riesiger Mehrheit im Amt bestätigt worden.

Der 69-Jährige erhielt am Sonntag bereits im ersten Wahlgang 62,7 Prozent der Stimmen und machte damit eine Stichwahl unnötig. Auf den zweiten Platz kam der Grünen-Politiker Pekka Haavisto mit 12,4 Prozent. Niinistö zeigte sich vom Wahlergebnis überrascht: "Das ist besser als ich jemals erwartet hätte." Er nehme deshalb an, dass die Bevölkerung mit seiner Politik zufrieden sei, so Niinistö.

Haavisto gratulierte Niinistö und sagte, mit einem solchen Ergebnis bleibe der Amtsinhaber Präsident. Die Stimmenanteile der sechs übrigen Kandidaten lagen bei weniger als sieben Prozent.

Das finnische Staatsoberhaupt wird für sechs Jahre gewählt und darf maximal zwei Amtszeiten regieren. Es bestimmt zusammen mit der Regierung die Grundregeln der Außen- und Sicherheitspolitik, ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und kann gegen Gesetze sein Veto einlegen.

"Die sieben Zwerge"

Niinistö war früher Finanzminister und Parlamentspräsident. 2006 scheiterte er in der Stichwahl um das Präsidentenamt. Sechs Jahre später war er erfolgreich und besiegte Haavisto in der Stichwahl. In diesem Jahr galt Niinistö bereits in Umfragen als haushoher Favorit, weshalb finnische Medien seine Gegenkandidaten als "die sieben Zwerge" verspotteten. Zu diesen zählte auch die Abgeordnete Laura Huhtasaari von der rechtspopulistischen Partei Basisfinnen.

Der finnische Präsident muss zudem eine Balance zwischen Russland und dem Westen finden. Finnland teilt sich mit Russland eine rund 1300 Kilometer lange Grenze - die Politik des Landes ist aber eher in Richtung Westen orientiert. Finnland gehört seit 1995 der Europäischen Union, aber nicht der Nato an.

Niinistö sagte, er plane keine großen Änderungen an seiner Russland-Politik während seiner zweiten Amtszeit. Er betonte, dass die freundlich verbundenen Länder durchaus eine unterschiedliche Ansicht auf den Umgang Russlands mit der annektierten Krim hätten. Niinistö ist der zwölfte Präsident Finnlands seit dessen Unabhängigkeit von Russland im Jahr 1917.

(sbl)