Der an Corona erkrankte FDP-Chef Christian Lindner hat durch seinen Auftritt beim Parteitag der Liberalen per Zuschaltung aus Washington eine Debatte über seinen Gesundheitszustand ausgelöst. Auf Twitter fragten sich viele Menschen am Samstag, wie fit oder krank er wirklich ist. Auch dass die rund 660 Delegierten in einer Halle in Berlin eng zusammensitzend und ohne Maske tagen, wurde vielfach kritisiert. Lindner selbst erklärte, er habe nur milde Symptome.
„Hab gerade Lindner auf dem Bundesparteitag gesehen. Total verschwitzt und sichtlich mitgenommen. Aber man darf sich ja nix anmerken lassen, denn Omikron ist ja jetzt harmlos...“, twitterte eine Frau. „Er ist mies krank“, glaubte eine andere zu wissen. „BPT22 der FDP in Präsenz und weitgehend ohne Masken, eng beieinander sitzend. Lindner in Quarantäne in Washington. Lobt die Präsenzveranstaltung und glänzt wie eine Speckschwarte… Fieber, Herr Lindner?“, fragte eine andere Nutzerin.
„Du hast Corona oder eine andere ansteckende Krankheit? Teil sie mit anderen! Deine FDP“, hieß es an anderer Stelle. Nicht minder ironisch formuliert war ein Rat an Lindner: „Machen Sie sich keine Sorgen, ist nur eine leichte Erkältung und das ganze Gedöns mit Long Covid ist sicher auch völlig aus der Luft gegriffen; ansonsten fragen Sie einfach ihrer Top Virologen Buddy Buschmann um Rat. Gute Besserung.“

Lindner an Corona erkrankt - und verschwitzt

Ausgelöst wurde die Diskussion dadurch, dass Lindner während seiner rund 40-minütigen Parteitagsrede deutlich schwitzte. Ein Standbild seines Auftritts verbreitete sich rasch im Internet. Der 43-jährige war am Donnerstag nach einem Treffen der G7-Finanzminister in Washington positiv auf das Coronavirus getestet worden und befindet sich nun dort in Isolation.
Lindner erhielt auf Twitter auch Genesungswünsche, für die er sich bedankte. „Es besteht aber kein Grund zur Sorge - so sieht es aus, wenn man morgens um 0600 ohne Maske im Scheinwerfer steht…“, schrieb er in dem Kurznachrichtendienst. Er freue sich auf den nächsten Parteitag zu normaler Zeit und vor Ort.
Mehrere führende FDP-Politiker hoben beim Parteitag hervor, dass es den Liberalen zu verdanken sei, dass Deutschland nach zwei Jahren Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wieder zur „Normalität“ zurückgekehrt sei. „Und ich sage mal: Hätte (Gesundheitsminister) Karl Lauterbach nicht den Beschluss der 16 Gesundheitsminister zurückgenommen, dass wir nicht mehr in Quarantäne müssen, wenn wir infiziert sind, dann wäre Christian Lindner heute bei uns und nicht in Washington“, sagte der stellvertretende FDP-Chef Wolfgang Kubicki bei der Eröffnung des Parteitags.

Bijan Djir-Sarai neuer FDP-Generalsekretär

Der Außenpolitiker Bijan Djir-Sarai ist neuer FDP-Generalsekretär. Auf Vorschlag des Parteivorsitzenden Christian Lindner votierte der Bundesparteitag am Samstag in Berlin für den 45-jährigen Politiker aus Nordrhein-Westfalen. Djir-Sarai ist damit Nachfolger von Volker Wissing, der Digital- und Verkehrsminister in der neuen Bundesregierung ist.
Er werde „niemals, niemals, niemals ein zusätzlicher Regierungssprecher sein“, sagte Djir-Sarai. „Meine Mission lautet FDP. Meine Mission lautet eine erfolgreiche FDP“, sagte er.
Neuer FDP-Schatzmeister ist der Bundestagsabgeordnete Michael Link als Nachfolger von Harald Christ. Link war von der Bundesregierung auch zum Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit ernannt worden.