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| 17:23 Uhr

Nach Treffen mit Justizministerin Barley
Facebook informiert Betroffene des Datenskandals

Hatte Facebook-Vertreter zum Treffen nach Berlin geladen: Katarina Barley von der SPD (Archivbild).
Hatte Facebook-Vertreter zum Treffen nach Berlin geladen: Katarina Barley von der SPD (Archivbild). FOTO: dpa, nie axs hjb
Exklusiv | Berlin. Facebook hat sich im Skandal um die unerlaubte Nutzung der Daten von Millionen seiner Nutzer verpflichtet, alle Betroffenen zu informieren. Das ist das Ergebnis eines Treffens zwischen Vertretern des weltgrößten sozialen Netzwerks mit Bundesjustizministerin Katarina Barley in Berlin.

Wie viele Deutsche genau betroffen sind, ist nach wie vor unklar. SPD-Politikerin Barley sagte, die Bundesregierung bestehe hier auf Aufklärung. Facebook habe Verstöße und Versäumnisse eingeräumt und Besserung zugesichert. Versprechen seien aber nicht genug. Unternehmen wie Facebook müssten deutlich strenger überwacht werden.

In dem Skandal geht es um die unerlaubte Nutzung der Informationen von Millionen Facebook-Nutzern durch die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica. Sie hatte die Daten von einem britischen Professor bekommen, der eine App mit einer Psychologie-Umfrage auf die Facebook-Plattform brachte.

Nach der damaligen Funktionsweise von Facebook hatte die App des Professors auch Zugang zu einigen Informationen der Freunde der rund 300.000 Umfrage-Teilnehmer bekommen, etwa deren Likes und Interessen. So sammelten sich laut Medienberichten Daten von rund 50 Millionen Facebook-Nutzern an.

Barley sagte, nach Angaben von Facebook seien von den von den 300.000 Personen, die die App heruntergeladen hätten, etwa ein Prozent aus Europa - und davon wiederum "ein gewisser Prozentsatz" aus Deutschland. Die genauen Zahlen würden "dieser Tage" noch geklärt. Das gelte auch für die Frage, wie viele Deutsche insgesamt unter den 50 Millionen Betroffenen seien. Hier bedarf es weiterer Untersuchungen.

In den USA hat die Handelskommission FTC nach eigenen Angaben eine öffentliche Überprüfung der Facebook-Datenschutzregeln eingeleitet. Das Bundeskartellamt in Deutschland hat Facebook missbräuchliches Verhalten beim Datensammeln vorgeworfen. "Wir gehen nach derzeitigem Stand davon aus, dass Facebook sich zumindest beim Sammeln und Verwerten von Daten aus Drittquellen außerhalb von Facebook missbräuchlich verhält", sagte Behördenchef Andreas Mundt dem "Tagesspiegel".

Mithilfe von Schnittstellen würden teilweise auch dann Daten an Facebook fließen, wenn andere Internetseiten besucht werden. "Dies geschieht sogar schon, wenn man beispielsweise einen 'Gefällt Mir-Button' gar nicht nutzt, aber eine entsprechende Seite aufgerufen hat, in die ein solcher Button eingebettet ist", kritisierte Mundt. Den Nutzern sei das nicht bekannt.

Die Bonner Behörde geht seit 2016 dem Verdacht nach, dass Facebook seine starke Position auf dem Markt missbraucht.

(gaa)