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Von Trump kritisiert
Ex-FBI-Vize-Chef McCabe fristlos entlassen

Der ehemalige FBI-Vize-Chef Andrew McCabe bei einer Konferenz im Justizministerium. (Archivbild)
Der ehemalige FBI-Vize-Chef Andrew McCabe bei einer Konferenz im Justizministerium. (Archivbild) FOTO: afp
US-Präsident Trump hatte ihn scharf kritisiert. Nun ist der ehemalige FBI-Vize-Chef Andrew McCabe zwei Tage vor seinem 50 Geburtstag entlassen worden. Er verliert damit möglicherweise seine Pension.

Justizminister Jeff Sessions gab die fristlose Kündigung am Freitagabend unter Hinweis auf Empfehlungen des Generalinspekteurs und anderer interner Stellen beim FBI bekannt. McCabe erklärte, er werde bestraft für die Dinge, die er nach der Entlassung von FBI-Chef James Comey getan und bezeugt habe. Der Schritt sei Teil eines Angriffs auf das FBI und der US-Sicherheits- und Geheimdienste allgemein.

McCabe könnte möglicherweise ein wichtiger Zeuge bei den Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller in der Russland-Affäre sein. In Washington wurde seit Tagen darüber spekuliert, ob Sessions McCabe noch vor Sonntag entlassen würde. Dann hätte dieser nach mehr als 20 Jahren bei FBI die Behörde mit vollen Altersbezügen verlassen können.

Insidern zufolge sprach McCabe am Donnerstag mit Vize-Justizminister Rod Rosenstein mehr als drei Stunden lang, um seine Pension zu retten. Unklar blieb zunächst, ob diese nun ganz oder zum Teil gestrichen werden wird.

Vorwurf der Parteinahme für Clinton

Ein Bericht des Generalinspekteurs kommt zu dem Schluss, dass McCabe interne Ermittler über ein Gespräch mit einem Ex-Journalisten des "Wall Street Journal" in die Irre geführt hat. Dabei ging es um eine Untersuchung gegen die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. McCabe wies dies am Freitag zurück.

Der Republikaner leitete das FBI kommissarisch, nachdem Donald Trump im Mai überraschend Comey gefeuert hatte. McCabe ließ im Januar sein Amt ruhen, nachdem Trump ihm Parteinahme für Clinton vorgeworfen hatte. Seine Ehefrau ist Demokratin und kandidierte für ein politisches Amt. Dabei wurde sie von einem Vertrauten von Clinton finanziell unterstützt.

Trump warf McCabe unter anderem vor, er könne nicht Ermittlungen gegen Clinton leiten, wenn seine Ehefrau Spendengelder von "Clinton-Marionetten" annehme.

Experten zufolge setzt sich Sessions mit dem Schritt dem Vorwurf aus, Druck von Trump nachzugeben. Umgekehrt hätten ihm Konservative übelgenommen, wenn er McCabe nicht vor dem Wochenende entlassen hätte.

Die Sprecherin des Präsidialamts, Sarah Sanders, hatte am Donnerstag erklärt, die Entscheidung liege bei Sessions. Es sei jedoch belegt, dass McCabe ein "sehr verstörendes Verhalten" gezeigt habe. Eine Stellungnahme von Trump lag in der Nacht zum Samstag zunächst nicht vor.

(vek)