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Geldgeschäfte im Netz
Sicherere Geldgeschäfte im Netz

Brüssel. Brüssel will auch das Abgreifen von Kontoinformationen durch Dritte regulieren. Markus Grabitz

Die EU-Kommission will das online-Banking und Bezahlvorgänge beim Onlineshoppen sicherer machen. In vielen Ländern werden sich die Verbraucher daher an neue Regeln bei Bankgeschäften und Käufen im Netz gewöhnen müssen. EU-weit sollen höhere Sicherheitsstandards durchgesetzt werden, wie sie bislang in Belgien, den Niederlanden und Schweden schon heute Pflicht sind. In Deutschland haben zumindest die Banken diese Regeln bereits angewendet.

Bei Geschäften in onlineshops wird sich künftig auch der deutsche Kunde auf mindestens zwei von drei möglichen Wegen identifizieren müssen. Und das sind die Wege: Zum einen ist da etwas, „das er weiß“, zum Beispiel sein Passwort oder der PIN. Dies muss aber künftig kombiniert werden entweder mit etwas, „das er besitzt“, etwa eine Karte, die er in ein Lesegerät steckt, oder ein Handy, über das er eine Transaktionsnummer bekommt. Oder mit etwas, „das er ist“, also biometrische Merkmale, wie etwa ein Fingerabdruck oder ein Scan der Iris.

Dies sehen die technischen Standards zur Zahlungsdienstrichtlinie vor, die die EU-Kommission am Montag vorgelegt hat. Sollte das Parlament nicht sein Veto einlegen, werden diese Standards im September 2019 EU-weit Pflicht. Bis dahin müssen Banken und andere Zahlungsdienstleister die IT dafür bereitstellen. Verbraucher und Händler müssen mit den entsprechenden Geräten ausgestattet werden. Es soll allerdings eine Bagatelllösung geben. Bei allen Zahlungen unterhalb von 50 Euro soll es auch in Zukunft ausreichen, dass sich der Kunde wie bisher nur auf einem Wege identifiziert.

Auch das ist eine gute Nachricht für den Verbraucher: Während der Kunde bislang mit bis zu 150 Euro zur Kasse gebeten werden konnte, wenn etwas beim Onlinebanking schiefging, haftet er künftig nur noch höchstens bis zu einer Höhe von 50 Euro.

Es sind zudem strengere Vorschriften für das maschinelle Auslesen von Online-Konten geplant. Künftig soll es strengere Kriterien dafür geben, dass Dienstleister am Online-Konto des Kunden andocken und Informationen abgreifen dürfen. ⇥Kommentar Seite 8