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| 09:12 Uhr

Total digital
Es gibt wenig, was so nervt wie die Parkplatzsuche. Warum fehlen immer noch Lösungen?

Wenn Sie wissen wollen, was am Neanderthal-Museum steinzeitlicher als der namensgebende Neandertaler ist, empfehle ich vorab eine Besichtigung der Parkuhr auf dem angrenzenden Parkplatz. Dort beträgt die Mindestparkgebühr 2,50 Euro, die Maximalparkgebühr 2,50 Euro - und bezahlt werden müssen die 2,50 Euro natürlich passend.

In bar. Der Automat wechselt nicht. Die Frau im angrenzenden Café glücklicherweise schon. Danke!

Es gibt wenig, was so nervt wie das Thema Parken. "Ich drehe schon seit Stunden, hier so meine Runden", singt Herbert Grönemeyer in"Mambo", dessen Zeilen auch mehr als 30 Jahre nach Erscheinen noch Alltag in Städten darstellen. Schätzungen gehen davon aus, dass der sogenannte Parksuchverkehr in Großstädten 20 bis 30 Prozent des Gesamtaufkommens ausmacht. Hat man den Parkplatz gefunden, wird es oft nicht besser: Parkuhr stellen oder Ticket ziehen, mit Kleingeld oder Kreditkarte - mal ist der Automat defekt, mal wechselt er nicht wie im Neandertal.

Es ist schon erstaunlich, wie wenig sich bislang in diesem Bereich in der Fläche getan hat. Hier und da lässt sich inzwischen per SMS bezahlen, aber längst nicht flächendeckend.

Insofern hoffe ich auf die Digitalisierung: Start-ups arbeiten längst an Systemen, bei denen sich Parkhaus-Schranken automatisch öffnen, weil das Auto das Kommen signalisiert. Abgerechnet wird automatisch. Andere wie Ampido vermieten private Parkplätze per App. Autozulieferer experimentieren mit Sensoren, die im Vorbeifahren leere Parkplätze am Straßenrand ermitteln und melden. Langfristig wird uns das alles nicht mehr kümmern müssen, weil autonom fahrende Fahrzeuge sich dann selbst ihren Parkplatz suchen. Schöner Nebeneffekt: Fragen Sie mal Ihre Versicherung, wie hoch die Summe der Schäden ist, die jedes Jahr beim Einparken entstehen.

Ihre Meinung? Schreiben Sie unserem Autor: kolumne@rheinische-post.de

(RP)