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| 07:16 Uhr

Total digital
Eine ganze Branche sperrt sich gegen Innovationen, statt von Mitbewerbern zu lernen.

Es ist leicht, sich über Taxifahrer in Düsseldorf aufzuregen. Innerhalb der letzten Monate raste mir am Flughafen ein Taxifahrer fast in die Seite meines Autos, weil er ohne zu schauen die Spur wechselte. Eine Minute später blockierte sein Kollege eine Rettungsgasse. Ich ließ mich außerdem anbrüllen, weil ich nicht in Bar bezahlen wollte und hielt mich gut fest, als ein anderer Fahrer mit 120 km/h nachts über den Kennedydamm bretterte.

Es ist leicht, sich über Taxifahrer in Düsseldorf aufzuregen. Innerhalb der vergangenen Monate gleich mehrmals: Da raste mir am Flughafen ein Taxifahrer fast in die Seite meines Autos, weil er ohne zu schauen die Spur wechselte. Eine Minute später blockierte sein Kollege eine Rettungsgasse. Ich ließ mich anbrüllen, weil ich nicht in bar bezahlen wollte, und hielt mich gut fest, als ein anderer Fahrer mit 120 km/h nachts über den Kennedydamm bretterte.

Die Taxis sind für ihre in der Genossenschaft organisierten Chefs unterwegs, nicht für ihre Kunden. Das ist symptomatisch für eine Branche, die sich gegen neue Ideen, Mitspieler und den digitalen Wandel sperrt. Dabei verstehe ich diese Angst nicht. Hat Youtube wie befürchtet das Fernsehen kaputtgemacht? 332 Minuten schaut der Deutsche pro Tag. Vor zehn Jahren waren es noch 33 Minuten weniger. Zugegeben: Innovation gibt es kaum noch im klassischen Fernsehkanal. Dennoch wird gutes Geld verdient. Neue Mitspieler wie Netflix und Amazon buhlen um die Inhalte von Produzenten und verhelfen diesen zu einem neuen Hoch.

Nehmen wir die Hotelbranche: Vor zehn Jahren ging die Zimmervermittlungsplattform Airbnb an den Markt. Sie revolutioniert weiterhin eine ganze Branche. Doch das befürchtete große Zimmersterben blieb aus. In Deutschland entstehen viele neue Hotels in den Großstädten. 300.000 neue Zimmer sollen in drei Jahren zur Verfügung stehen. Weltweit berichten Verbände von einem ähnlichen Trend. Reisefreudige finden für sie passende Angebote, wissen, was sie erwartet, und das alles zu einem kalkulierbaren Preis. Die Hotelbranche hat von Airbnb gelernt.

Andere Branchen zeigen: Wer sich Gedanken macht, der kann neue Geschäfte erschließen. Die Taxibranche zeigt: Wer am Alten festhält, dem bleibt nur die Angst, das eigene Geschäft zu verlieren.

Ihre Meinung? Schreiben Sie unserem Autor: kolumne@rheinische-post.de

(RP)