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| 19:05 Uhr

Volkskrankheit Diabetes
Ein Volk von Zuckerkranken?

 Kleiner Piks mit lebensrettender Wirkung: Insulinspritzen sind auch für Laien unkompliziert einsetzbar.
Kleiner Piks mit lebensrettender Wirkung: Insulinspritzen sind auch für Laien unkompliziert einsetzbar. FOTO: picture alliance / dpa-tmn / Gero Breloer
Berlin. Diabetes-Verbände fordern mehr Initiativen gegen die Stoffwechselkrankheit. Von Hajo Zenker

Die großen Diabetes-Verbände haben von der Politik konkrete Maßnahmen gefordert, um den „Diabetes-Tsunami“ zu stoppen und die Versorgung zu verbessern. Bisher kämen jedes Jahr 500 000 neue Betroffene hinzu, sagte Professorin Monika Kellerer, Präsidentin der Deutschen Diabetes Gesellschaft, am Mittwoch.

Bereits jetzt litten mehr als sieben Millionen Menschen an der Stoffwechselerkrankung. Nach Expertenschätzungen dürften ohne wirksame Gegenmaßnahmen daraus in den kommenden Jahren zwölf Millionen werden. Kellerer beklagte, dass sich die Zahl der auf Diabetes spezialisierten Krankenhausbetten in den vergangenen zwei Jahrzehnten halbiert habe.

Auch im Medizinstudium spiele das Thema eine viel zu kleine Rolle. Zudem gebe es an den 36 staatlichen Medizinischen Fakultäten nur acht Lehrstühle für Diabetologie. „Immer weniger ausgebildetes Personal wird mit einer alarmierenden Zunahme an Diabetes-Neuerkrankungen konfrontiert.“

Jens Kröger, Chef der Deutschen Diabetes-Hilfe, verwies in Berlin darauf, dass neun von zehn Betroffenen meinen, dass die Öffentlichkeit nicht gut genug über das Thema informiert ist.

Sabine Dittmar, die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, versprach, dass es bereits in wenigen Tagen eine Nationale Diabetes-Strategie geben werde. Konkrete Maßnahmen daraus wollte sie jedoch noch nicht nennen.

Laut einer Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung ist zudem Diabetes im Osten ein größeres Problem als im Westen. In den neuen Ländern leiden 11,8 Prozent der Bürger an der Stoffwechselerkrankung, im Westen 9,2 Prozent. Während etwa in Baden-Württemberg 8,5 Prozent daran erkranken, sind es in Brandenburg zwölf Prozent. 95 Prozent leiden an Diabetes Typ 2, was in Zusammenhang mit Übergewicht und Bewegungsmangel steht.

 Kleiner Pieks mit lebensrettender Wirkung: Insulinspritzen sind auch für Laien unkompliziert einsetzbar.
Kleiner Pieks mit lebensrettender Wirkung: Insulinspritzen sind auch für Laien unkompliziert einsetzbar. FOTO: picture alliance / dpa-tmn / Gero Breloer