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| 07:49 Uhr

Total Digital
Ein Vergleich der Gehälter sagt viel über die Risiken unseres Bildungssystems.

Vor einigen Monaten habe ich meine alte Schule besucht - und war verblüfft, wie wenig sich dort geändert hatte. Dabei liegt mein Abitur inzwischen mehr als zehn Jahre zurück. In der Zwischenzeit wurde das iPhone erfunden und Facebook und Google eroberten die Welt. Unser Bildungssystem hat sich bislang aber kaum angepasst. Die Schulen sind schlecht ausgestattet, es fehlt an Personal, Fortbildungen, besseren Rahmenbedingungen.

Vor einigen Monaten habe ich meine alte Schule besucht - und war verblüfft, wie wenig sich dort geändert hatte. Dabei liegt mein Abitur inzwischen mehr als zehn Jahre zurück. In der Zwischenzeit wurde das iPhone erfunden und Facebook und Google eroberten die Welt. Unser Bildungssystem hat sich bislang aber kaum angepasst. Die Schulen sind schlecht ausgestattet, es fehlt an Personal, Fortbildungen, besseren Rahmenbedingungen.

Ich finde das bedenklich, schließlich legen wir ja Tag für Tag in den Schulen die Basis für die Zukunftschancen der künftigen Generationen. Und da lautet die Frage: Facebook oder Amazon?

Doch der Reihe nach: Der US-Sender CNN hat in einem Artikel zuletzt zusammengetragen, wie viel ein Mitarbeiter bei den großen Tech-Unternehmen im Schnitt verdient. Dabei ging es um das Median-Einkommen. Dieser Wert bedeutet, dass die Hälfte der Beschäftigten weniger und die andere Hälfte mehr verdient als den angezeigten Wert. Die Erklärung ist eigentlich egal, wichtig ist: Bei Facebook liegt das Median-Einkommen bei 240.430 US-Dollar (knapp 200.000 Euro), bei Amazon bekommt ein Mitarbeiter im Schnitt 28.446 Dollar (knapp 24.000 Euro).

Bei Facebook arbeiten fast ausschließlich Softwareentwickler, bei Amazon auch ein Großteil eher schlecht bezahlte Lagerarbeiter. Die Jobs in Amazons Logistikzentren erfordern keinerlei Vorkenntnisse, ein Job bei Facebook fast immer eine exzellente Ausbildung. Und die Welt verändert sich rasant.

Wenn die Kinder an unseren Schulen nicht gut genug ausgebildet werden, bekommen die Jobs bei den Facebooks der Zukunft andere. Die schlecht bezahlten Jobs bleiben für die schlecht Ausgebildeten. Zugegeben: Das ist alles schwarz gemalt. Aber fest steht: Wir erhöhen die Chancen, zu den Gewinnern zu gehören, wenn wir deutlich mehr in Bildung investieren - auch im Median.

Ihre Meinung? Schreiben Sie unserem Autor unter kolumne@rheinische-post.de

(RP)