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| 07:13 Uhr

Berliner Republik
Ein Blick in die Statistik zeigt: Bayern und Bremer leben in verschiedenen Welten.

Dass die Bayern anders ticken als die Ostfriesen und dass man in Sachsen dem Pfälzer Dialekt eher ratlos zuhört, versteht sich von selbst. Aber auch politisch liegen mitunter Welten zwischen den Landstrichen.

In der Affäre um das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wird die Diskrepanz zwischen Bayern und Bremen einmal mehr deutlich. Mittlerweile wissen wir, dass es bei den enorm hohen Schutzquoten für Flüchtlinge in Bremen nicht mit rechten Dingen zuging. Davon setzen sich nicht nur die Bayern ab. Selbst die Berliner, die sonst bei vielen Themen mit den Bremern im Bunde sind, haben deutlich niedrigere Anerkennungsquoten. Mit diesen Unterschieden hätten die Bremer eigentlich schon früher auffallen müssen, bilden Bremen und Berlin doch gerne gemeinsam das Schlusslicht in Deutschland - wie beispielsweise bei Schulvergleichsstudien.

Auch wenn es um die Verschuldung der Landeshaushalte geht, kommen die Bayern und die Bremer aus unterschiedlichen politischen Galaxien. So haben die Bremer mit rund 32.000 Euro Schulden pro Kopf die deutschlandweit höchste Verschuldung. Bei den Bayern sind es nur 2600 Euro. Bedarf es noch eines Vergleichs? Hartz IV! In Bremen liegt der Anteil der Hartz-IV-Empfänger an der Bevölkerung bei 15,4 Prozent. Nur die Berliner haben mit 16,4 Prozent mehr. In Bayern dagegen benötigen gerade einmal 3,6 Prozent der Bürger diese staatliche Unterstützung.

Ach ja, politisch liegen die Bürger hier und dort auch weit auseinander. In Bremen stellt seit Ende des Zweiten Weltkriegs die SPD den Bürgermeister. In Bayern ist die CSU seit den 50er Jahren ununterbrochen am Ruder. Zur Verteidigung der Bremer SPD und ihrer schlechten Bilanz sei noch vorgetragen, dass sich ein strukturschwacher Stadtstaat nicht direkt mit einem wohlhabenden Flächenland vergleichen lässt.

Ihre Meinung? Schreiben Sie unserer Autorin: kolumne@rheinische-post.de

(RP)