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| 18:07 Uhr

Mutmaßlicher Giftgasangriff
Chemiewaffen-Inspektoren reisen in Kürze nach Syrien

Amsterdam. Inspektoren der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sollen bald nach Syrien reisen, um Klarheit über einen mutmaßlichen Giftgasangriff in der Rebellenbastion Duma zu schaffen.

Inspektoren der Organisation für das Verbot chemischer Waffen sollen bald nach Syrien reisen, um Klarheit über einen mutmaßlichen Giftgasangriff in der Rebellenbastion Duma zu schaffen.

Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) teilte am Dienstag mit, sie habe Syrien gebeten, die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Das Team bereite sich auf eine baldige Abreise vor. Seit dem mutmaßlichen Angriff am Wochenende hätten Fachleute der Organisation bereits Informationen gesammelt und analysiert. Nun sollte ein spezielles Ermittlerteam an Ort und Stelle in Duma die Vorwürfe untersuchen.

Die Regierungen von Syrien und Russland hatten eine Untersuchung der Vorwürfe eines Chemiewaffen-Angriffs durch OPCW-Experten verlangt. Sie weisen den Vorwurf westlicher Staaten zurück, wonach bei Angriffen am Samstag auf die Rebellenhochburg Duma nahe Damaskus Chlorgas eingesetzt worden sei. Bei den Angriffen in der letzten Bastion der Rebellen in Ost-Ghuta wurden laut Hilfsorganisationen 48 Menschen getötet und hunderte verletzt. Die USA und andere Staaten machen das syrische Militär für den Angriff verantwortlich.

USA wollen Resolution des Weltsicherheitsrats zu Syrien

Die USA fordern eine Abstimmung im Weltsicherheitsrat über eine Resolution zu Chemiewaffen in Syrien. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP und beruft sich auf Diplomatenkreise des UN-Sicherheitsrats. Mit der Resolution solle nach dem Wunsch der USA der Einsatz chemischer Waffen in Syrien aufs Schärfste verurteilt werden und ein neues Gremium geschaffen werden, das die Verantwortlichen für Angriffe mit Chemiewaffen ermittelt.

Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja hatte Journalisten am Montagabend gesagt, der US-Entwurf für die Resolution enthalte "einige inakzeptable Elemente, die ihn noch schlechter" machten. Dies deutete stark darauf hin, dass ein russisches Veto gegen die Resolution wahrscheinlich ist. Nebensja sagte auch, dass er möglicherweise eine Abstimmung über einen russischen Text beantragten werde.

Der US-Entwurf griff den mutmaßlichen Giftgasangriff auf Duma in der vergangenen Woche heraus und brachte Empörung zum Ausdruck darüber, dass in Syrien weiterhin Menschen mit chemischen Waffen getötet und verletzt würden. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, hieß es darin.

(wer)