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| 07:44 Uhr

Affäre um Stormy Daniels
Trump muss vorerst nicht unter Eid aussagen

Exklusiv | New York. In der Affäre um seine angeblichen Kontakte zu Pornodarstellerin Stormy Daniels bleibt US-Präsident Donald Trump eine Aussage unter Eid vorerst erspart. Ein Bundesrichter hat ein entsprechendes Gesuch von Daniels' Anwalt abgelehnt.

Ein entsprechender Antrag von Daniels' Anwalt Michael Avenatti sei verfrüht, befand ein Bundesrichter am Donnerstag in Los Angeles. Der Fall "ist nicht die wichtigste Angelegenheit im Terminkalender des Gerichts", ergänzte er.

Avenatti wollte erreichen, dass neben Trump auch dessen Anwalt Michael Cohen unter Eid über eine Zahlung von 130.000 Dollar an seine Mandantin aussagen sollen. Das Geld soll Daniels im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2016 dafür erhalten haben, über eine angebliche Affäre mit Trump im Jahre 2006 Stillschweigen zu bewahren.

Nun strebt die Pornodarstellerin mit dem bürgerlichen Namen Stephanie Clifford eine Auflösung der Vereinbarung an, damit sie ihre Geschichte erzählen kann. Sie argumentiert, dass der Deal nichtig sei, weil er nur von ihr und Cohen unterschrieben worden sei, jedoch nicht von Trump.

Weißes Haus bestreitet Affäre

Daniels gibt an, 2006 einmal mit dem späteren Präsidenten intim gewesen zu sein. Trump war damals schon knapp ein Jahr mit seiner Ehefrau Melania verheiratet, 2006 kam ihr gemeinsamer Sohn Barron zur Welt. Das Weiße Haus bestreitet, dass Trump eine Affäre mit Daniels hatte.

Anwalt Avenatti will aber nicht lockerlassen. Er werde den Antrag auf eine Zeugenaussage von Trump nochmals einbringen, sobald die Anwälte des Präsidenten formal ein privates Schlichtungsverfahren in dem Fall verlangen würden. Dies hatten Trumps Rechtsbeistände vor einigen Wochen bereits in die Wege geleitet. Sie argumentieren, dass Daniel mit der Verletzung der Schweigevereinbarung Schulden von rund 20 Millionen Dollar angehäuft haben könnte.

Cohens Anwalt David Schwartz kritisierte das Vorgehen von Daniels' Anwalt scharf. Seinen Mandanten und Trump zu einer Zeugenaussage zwingen zu wollen, sei eine "freche Benutzung des Rechtssystems", sagte Schwartz dem Sender CBS.

(jco/ap)