ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 07:15 Uhr

Offenbar weiteres Treffen geplant
Trump dankt Kim - Nordkorea verbucht Gipfel als Erfolg

Trump und Kim wollen sich offenbar wieder treffen. Beide nahmen gegenseitige Einladungen an und sind voll des Lobes füreinander. Der US-Präsident twittert nette Worte. Nordkorea feiert seinen großen Vorsitzenden.

Die Hochstimmung nach dem historischen Gipfel in Singapur hält an. US-Präsident Donald Trump dankte dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un für dessen „wagemutigen ersten Schritt zu einer neuen hellen Zukunft“ für sein Volk. „Unser beispielloses Treffen - das erste zwischen einem amerikanischen Präsidenten und einem Führer Nordkoreas - beweist, dass echte Änderungen möglich sind“, twitterte Trump in der Nacht zum Mittwoch.

„Die Welt hat einen großen Schritt zurück vor einer nuklearen Katastrophe gemacht. Keine Raketenstarts mehr, keine Nukleartests oder -Forschung mehr!“, fügte Trump in einem zweiten weiteren Tweet hinzu. „Danke, Vorsitzender Kim, unser Tag zusammen war historisch.“

„Es gibt keine Grenzen dessen, was NoKo (Nordkorea) erreichen kann, wenn es seine Atomwaffen aufgibt und stattdessen Handel und Zusammenarbeit mit der Welt aufgreift“, schrieb Trump. Kim habe die Chance, als der Mann in Erinnerung zu bleiben, der „eine herrliche neue Ära“ von Sicherheit und Wohlstand für sein Volk eingeleitet habe.

Nordkorea feiert "Treffen des Jahrhunderts"

Die staatlichen Medien in Nordkorea werteten den Gipfel als Erfolg für Kim. Auf der Titelseite der offiziellen Parteizeitung wurde das Gespräch in Singapur als "Treffen des Jahrhunderts" bezeichnet. Trump habe seine Absicht bekundet, die gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea zu stoppen, Nordkorea
Sicherheitsgarantien zu geben und Sanktionen aufzuheben, wenn sich die Beziehungen verbesserten, hieß es in einem Bericht der Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch. Trump hatte vor Journalisten gesagt, er sei für die Aufhebung von Sanktionen, dies werde aber nicht sofort geschehen.

Beide Seiten seien sich einig gewesen, dass Frieden, Stabilität und Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel nur schrittweise und durch gleichzeitiges Vorgehen erreicht werden
könnten, hieß es in dem KCNA-Bericht weiter. Ansonsten war von der atomaren Abrüstung nur wenig in den nordkoreanischen Medien zu lesen. Vielmehr konzentrierte sich die Berichterstattung auf das Ende der Feindseligkeiten zwischen Nordkorea und den USA. Kim habe betont, sollten die USA aufrichtig vertrauensbildende Maßnahmen ergreifen, werde auch Nordkorea weitere Zeichen des guten Willens setzen, hieß es bei KCNA. Kim habe deutlich gemacht, wie dringlich es sei, dass beide Seiten auf feindliche militärische Aktionen gegeneinander verzichteten. Einladungen ins jeweils andere Land hätten Kim und Trump "mit Freude" angenommen.

Trump sagte im Fernsehsender Fox über einen möglichen Besuch Kims in den USA: "Zur richtigen Zeit wird er absolut ins Weiße Haus kommen." Zugleich bekräftigte er den Stopp der gemeinsamen amerikanisch-südkoreanischen Militärmanöver. "Wir werden keine Krieg-Spiele machen, solange wir in gutem Glauben verhandeln."

Am Dienstag hatten Trump und Kim bei dem Gipfel in Singapur eine gemeinsame Vereinbarung unterzeichnet, in der sich der nordkoreanische Machthaber grundsätzlich zu einer „vollständigen“ atomaren Abrüstung bereit erklärte. Ein Zeitplan oder spezifische Schritte wurden in dem eher vage abgefassten Dokument nicht erwähnt. Trump erklärte sich im Gegenzug zu Sicherheitsgarantien bereit.

Das US-Verteidigungsministerium begrüßte die Ergebnisse des Nordkorea-Gipfels, äußerte sich aber nicht zur Zukunft gemeinsamer Manöver der USA mit Südkorea. Berichten zufolge wurden Verbündete von dieser Ankündigung des US-Präsidenten ebenso überrascht wie das Pentagon. Die Manöver der Schutzmacht USA mit Südkorea wie auch die in Südkorea stationierten US-Truppen spielten eine „wichtige Rolle für die Sicherheit Ostasiens“, sagte der japanische Verteidigungsminister Itsunori Onodera am Mittwoch zu Reportern.

(wer/dpa/rtr/AFP)