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| 21:18 Uhr

Rede vor NRA
Trump ahmt Attentäter von Paris nach: "Bumm, komm her"

US-Präsident Donald Trump auf der Jahrestagung der National Rifle Association (NRA).
US-Präsident Donald Trump auf der Jahrestagung der National Rifle Association (NRA). FOTO: dpa, SAW bsc
Dallas. Nur kurze Zeit nach dem Schulmassaker in Florida hat sich US-Präsident Donald Trump in einer Rede vor der Waffenlobby NRA für das Tragen von Schusswaffen stark gemacht. Zudem sagte er, dass der Terroranschlag in Paris anders verlaufen wäre, wenn die Einwohner bewaffnet gewesen wären.

Nur kurze Zeit nach dem Schulmassaker in Florida hat sich US-Präsident Donald Trump in einer Rede vor der Waffenlobby NRA für das Tragen von Schusswaffen stark gemacht. Zudem sagte er, dass der Terroranschlag in Paris anders verlaufen wäre, wenn die Einwohner bewaffnet gewesen wären. Aus Paris kommt postwendend Kritik.

Beim Jahrestreffen des Lobbyverbands verwies der US-Präsident am Freitag in Dallas auf die Anschlagsserie von Paris im November 2015: "Niemand in Paris trägt eine Waffe, und man erinnert sich an die 130 Toten", sagte Trump. Die Zahl der Opfer von Paris wäre nicht so hoch gewesen, wenn jemand zurückgeschossen hätte, behauptete der Präsident. Er wandte sich direkt an das Publikum von der Waffenlobby: "Wenn einer von euch zur Stelle gewesen wäre und mit einer Waffe in die andere Richtung gezielt hätte, dann wären die Terroristen geflohen, und es wäre eine ganz andere Geschichte geworden."

Die Täter in Paris hätten sich "Zeit gelassen und einen nach dem anderen getötet", sagte Trump. Der Präsident unterstrich seine Worte, indem er seine Hand zu einer Pistole formte, die auf ein Opfer zielt. Dabei ahmte er die islamistischen Täter nach: "Bumm, komm her, bumm, komm her, bumm, komm her." Hier finden Sie einen Videomitschnitt der Aussage Trumps. Schon 2015 hatte sich Trump ähnlich geäußert.

Paris fordert Respekt für Opfer

Aus Frankreich kam am Samstagabend eine harsche Reaktion: Die Sprecherin des französischen Außenministeriums, Agnès von der Mühll, forderte am Samstag "Respekt für die Erinnerung an die Opfer". "Frankreich ist stolz darauf, ein sicheres Land zu sein, in dem der Kauf und der Besitz von Feuerwaffen streng geregelt sind", teilte das französische Außenministerium am Samstagabend mit. Waffen in freiem Umlauf stellten keinen Schutz gegen Terrorattacken dar. Im Gegenteil könnten sie die Planung solcher Angriffe sogar erleichtern.

Trump war bereits in den vergangenen drei Jahren bei NRA-Versammlungen aufgetreten. Nach dem Schulmassaker mit 17 Todesopfern im Februar im Bundesstaat Florida war er kurzzeitig auf Distanz zu dem Verband gegangen und hatte für Beschränkungen des Waffenrechts plädiert. Inzwischen kehrte er jedoch trotz der jüngsten Massenproteste gegen das laxe US-Waffenrecht zu seinem engen Bündnis mit der NRA zurück.

Das Recht, Waffen zu tragen, werde nicht angegriffen, "so lange ich Präsident bin", erklärte Trump am Freitag. Politische Berater hätten ihm von der Teilnahme am NRA-Treffen abgeraten. Seine Antwort sei gewesen: "Tschüss, ich muss in ein Flugzeug steigen", sagte der US-Präsident und erntete langen Beifall für sein Treuebekenntnis.

Auf das Schulmassaker von Florida ging Trump nur am Rande ein. "Unsere Herzen brechen für jeden Amerikaner, der gelitten hat", sagte der Präsident. Sein Vorredner Vize-Präsident Mike Pence kritisierte sogar die Medien dafür, zu viel über Amokläufe und zu wenig über "gute Kerle" mit Schusswaffen zu berichten.

(felt)