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| 07:37 Uhr

Die Verantwortung liegt bei uns allen

Es sind Zahlen, die nur schwer zu ertragen sind. Zwei Kinder werden im Durchschnitt wöchentlich in Deutschland getötet. Täglich werden fast 50 misshandelt oder sexuell missbraucht. Es sind Zahlen, die will keiner hören, lesen, darüber schreiben. Verena Kensbock

Denn sie zeigen: Gewalt gegen Kinder ist nicht ungewöhnlich, sondern passiert jeden Tag und vielleicht in unserer Umgebung.

Die Taten werden immer häufiger auch gefilmt, fotografiert und im Internet verbreitet - eine neue Dimension der Gewalt. In vielen Fällen finden sich die Täter im direkten Umfeld: Eltern, Verwandte, Freunde. Doch damit ist die Frage der Verantwortung, vor allem für zukünftige Fälle, nicht beantwortet.

Es braucht mehr Mitarbeiter in Jugendämtern, die Alarmsignale erkennen und Zeit haben, einen Verdacht zu verfolgen. Es braucht Lehrer, Trainer, Kinderbetreuer, die wahrnehmen, wenn Kinder sich verändern. Es braucht Ärzte, die bei Anzeichen von Gewalt reagieren. Es braucht genug Ermittler, um die Täter und die Opfer zu finden. Es braucht mehr Richter und Staatsanwälte, die schnellere Verfahren ermöglichen. Und es braucht Familien und Freunde, die nicht aus Scham oder Ratlosigkeit die Augen schließen. Auch wenn es schwer zu ertragen ist.