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| 09:06 Uhr

Gott und die Welt
Die Osternacht endet nie

Exklusiv Die Osternacht gehört für mich zu den schönsten und spannendsten Festen der Kirche. Wie der große und zunächst finstre Raum der Kirche heller und heller wird! Ein Erwachen ist das, mitten in der Nacht. Eine Feier des Lebens zu einer Zeit, zu der sonst viele schlafen. In der Osternacht steht manches quer zu unseren Gewohnheiten, es gerät da einiges durcheinander. Die Irritationen tun gut, sie stellen scheinbar Bekanntes infrage. Sogar der Tod wird nicht mehr das letzte Wort haben. Er bezeichnet kein Ende mehr, weil mit der Auferstehung Jesu schließlich das Leben triumphiert. Das ist ungeheuerlich und für uns entsprechend schwer zu glauben. Zu beweisen ist ohnehin nichts. Denn der Beleg ist das verlassene Grab. Die frohe Botschaft vom Wirken Jesu hat genau an diesem wichtigen und entscheidenden Punkt eine auffällige Leerstelle. Mit der Auferstehung endet zugleich die konkrete Wirkungsgeschichte von Jesus auf Erden. Die Menschen sind praktisch wieder unter sich, müssen also schauen, was sie mit den Botschaften von Gottes Sohn jetzt anstellen wollen. Was für ein unglaublicher Moment muss das gewesen sein - in dem alles offen zu sein schien? Weder gab es etwas Schriftliches, noch existierte eine Kirche. Es war, als würde die Welt in dieser Zeit des Übergangs den Atem anhalten. Das Licht mitten in der Osternacht ist das Zeichen des erwachenden Lebens, es markiert eine neue Schöpfungserzählung. Von der Geburt Jesu konnte fast dokumentarisch berichtet werden. Die Zeit nach der Auferstehung aber wird zu einer Zeit der Deutung, der Kommentierung. Die Welt ist seither nicht mehr zur Ruhe gekommen. In ihr arbeitet der Geist des Evangeliums weiter, der so revolutionär ist, dass er noch lange nicht erschöpft und auch die Osternacht noch längst nicht geendet ist.

Die Welt ist nach der Auferstehung Jesu nicht mehr zur Ruhe gekommen.

Die Osternacht gehört für mich zu den schönsten und spannendsten Festen der Kirche. Wie der große und zunächst finstre Raum der Kirche heller und heller wird! Ein Erwachen ist das, mitten in der Nacht. Eine Feier des Lebens zu einer Zeit, zu der sonst viele schlafen. In der Osternacht steht manches quer zu unseren Gewohnheiten, es gerät da einiges durcheinander. Die Irritationen tun gut, sie stellen scheinbar Bekanntes infrage. Sogar der Tod wird nicht mehr das letzte Wort haben. Er bezeichnet kein Ende mehr, weil mit der Auferstehung Jesu schließlich das Leben triumphiert. Das ist ungeheuerlich und für uns entsprechend schwer zu glauben. Zu beweisen ist ohnehin nichts. Denn der Beleg ist das verlassene Grab. Die frohe Botschaft vom Wirken Jesu hat genau an diesem wichtigen und entscheidenden Punkt eine auffällige Leerstelle. Mit der Auferstehung endet zugleich die konkrete Wirkungsgeschichte von Jesus auf Erden. Die Menschen sind praktisch wieder unter sich, müssen also schauen, was sie mit den Botschaften von Gottes Sohn jetzt anstellen wollen. Was für ein unglaublicher Moment muss das gewesen sein - in dem alles offen zu sein schien? Weder gab es etwas Schriftliches, noch existierte eine Kirche. Es war, als würde die Welt in dieser Zeit des Übergangs den Atem anhalten. Das Licht mitten in der Osternacht ist das Zeichen des erwachenden Lebens, es markiert eine neue Schöpfungserzählung. Von der Geburt Jesu konnte fast dokumentarisch berichtet werden. Die Zeit nach der Auferstehung aber wird zu einer Zeit der Deutung, der Kommentierung. Die Welt ist seither nicht mehr zur Ruhe gekommen. In ihr arbeitet der Geist des Evangeliums weiter, der so revolutionär ist, dass er noch lange nicht erschöpft und auch die Osternacht noch längst nicht geendet ist.

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(RP)