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Die Länder müssen Hausaufgaben machen

Nur um Missverständnisse zu vermeiden: Investitionen in Bildung kann man nur begrüßen - insbesondere in einem rohstoffarmen Land, dessen wichtigste Ressource seine Menschen sind. In vielen Bereichen in der Bildung herrscht Investitionsstau. Das trifft auf den Zustand vieler Schulgebäude und Turnhallen zu. Bei der digitalen Ausstattung sieht es schon differenzierter aus. Den Schulen mangelt es in der Regel nicht an Computern. Ihnen fehlen aber oft fachlich geschulte Lehrer und IT-Spezialisten. Das muss sich ändern. Die Investitionen in eine digitale Ausstattung der Schulen, die Tafel, Kreide und Schwamm überflüssig machen, werden weitere Kosten nach sich ziehen. Sollten die Länder nicht bereit sein, die Investitionen des Bundes zu flankieren, wird es keinen Durchbruch ins digitale Zeitalter geben. Eva Quadbeck

Die Milliarden sind also nur gut investiert, wenn Bund und Länder ausnahmsweise in der Bildungspolitik an einem Strang ziehen. Zudem bringen Breitband, W-Lan und ein saniertes Schulgebäude nicht die Bildungsrepublik, so lange Lehrer fehlen und zu viele Unterrichtsstunden ausfallen. Es wird nicht reichen, wenn die Länder Geld vom Bund nehmen. Sie müssen auch ihre Hausaufgaben machen.