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| 15:04 Uhr

Giftanschlag auf Ex-Agent Skripal
Deutschland weist vier russische Diplomaten aus

Russische Botschaft in Berlin (Archiv).
Russische Botschaft in Berlin (Archiv). FOTO: Britta Pedersen/dpa
Exklusiv | Berlin. Deutschland weist wegen des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien vier russische Diplomaten aus. Sie sollen innerhalb einer Woche ausreisen. Offenbar ist die Maßnahme mit anderen Staaten abgesprochen.

"Wir haben heute vier russische Diplomaten aus Deutschland ausgewiesen", teilte das Auswärtige Amt am Montag auf Twitter mit. Diese Aufforderung sei der russischen Botschaft übermittelt worden. Die Bundesregierung bleibe aber weiterhin zum Dialog mit Russland bereit. Das Auswärtige Amt zitierte Außenminister Heiko Maas (SPD) mit den Worten: "Wir haben die Entscheidung nicht leichtfertig getroffen." Aber Russland trage nicht genug zur Aufklärung des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal bei. "Wir senden damit auch ein Zeichen der Solidarität mit Großbritannien." Zuvor hatten die Deutsche Presse-Agentur und die "Süddeutsche Zeitung" über die Ausweisung berichtet.

Die Nachrichtenagentur Reuters meldete, dass die EU-Staaten gemeinsam Strafmaßnahmen gegen Russland vorbereiteten, weil sie das Land für den Giftanschlag in Südengland verantwortlich machen. Aus Diplomatenkreisen verlautete am Montag, etwa ein Dutzend Staaten, darunter die baltischen, bereiteten die Ausweisung russischer Diplomaten vor.

Die 28 EU-Regierungen hatten in einer Erklärung des EU-Gipfels am Freitag den Anschlag "in schärfster Weise" verurteilt. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigten danach an, dass sie über weitere Strafmaßnahmen in den kommenden Tagen gemeinsam entscheiden würden. Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag, die Abstimmungen liefen noch.

EU-Ratspräsident Donald Tusk hatte erklärt, die nächsten Maßnahmen von Mitgliedsländern stünden ab Montag an. Russland hat den Vorwurf der EU zurückgewiesen, hinter dem Anschlag auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter zu stecken.

USA weisen 60 russische Diplomaten aus

Die USA haben die Ausweisung von 60 russischen Diplomaten bekanntgegeben. Zudem wurde angeordnet, das Konsulat in Seattle im US-Staat Washington zu schließen. Anlass für die Maßnahmen ist der Fall um die Vergiftung des früheren russischen Spions Sergej Skripal in Großbritannien

(wer)