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| 19:13 Uhr

Papstreise
Werben für Eintracht zwischen den Religionen

Abu Dhabi. Papst fordert in Abu Dhabi Engagement gegen Gewalt.

Papst Franziskus hat alle Religionen aufgefordert, sich „in der gegenwärtigen heiklen Situation der Welt“ zu einem gemeinsamen Bund zusammenzuschließen. „Es gibt keine Alternative: Entweder wir bauen die Zukunft gemeinsam oder es gibt keine Zukunft“, erklärte der katholische Pontifex in seiner Grundsatzrede in Abu Dhabi vor 700 Teilnehmern eines internationalen interreligiösen Treffens, an dem hochrangige Islamgelehrte, christliche Bischöfe und jüdische Rabbiner teilnahmen.

Nachdrücklich forderte das katholische Oberhaupt bei seinem historischen Besuch auf der Arabischen Halbinsel eine „Entmilitarisierung der menschlichen Herzen“ und ein Ende des Wettrüstens. Es sei die Aufgabe aller Vertreter von Religionen, jede Form der Billigung von Krieg und seiner „erbärmliche Grobheit“ zurückzuweisen. Die katastrophalen Folgen stünden allen vor Augen – „ich denke dabei insbesondere an Jemen, Syrien, Irak und Libyen“, sagte der Papst.

Zuvor war Franziskus in der Großen Moschee mit dem „Rat islamischer Ältester und Gelehrter“ zusammengetroffen. Die 2014 gegründete Vereinigung will nach eigenen Angaben Spaltungen und Fehden innerhalb des Islam überwinden. An ihrer Spitze steht Großscheich Ahmad al-Tayyeb von der Kairoer Al-Azhar-Universität.

Der Tag begann für den Gast aus Rom mit einem pompösen Empfang durch Abu Dhabis Kronprinz Mohammed bin Zayed Al-Nahyan und den Herrscher von Dubai, Scheich Mohammed bin Rashid Al-Maktoum. Salutschüsse krachten, Kampfjets donnerten über das gigantische Areal des prunkvollen Herrscherpalastes und malten die vatikanischen Farben Weiß und Gelb in den strahlend blauen Himmel. Der 82-jährige Pontifex dagegen ließ sich wie gewohnt in einem Kleinwagen vorfahren, einem schwarzen Kia Soul, der von Reitern eskortiert wurde.

Anders als üblich verzichtete Franziskus auf eine Ansprache an die politische Führung des Gastlandes, offenbar um die heißen Eisen Jemenkrieg und Menschenrechte in dem offiziellen Teil seines VAE-Staatsbesuches auszuklammern. Beide Golf-Herrscher twitterten nach dem Gespräch, man habe mit dem Papst darüber diskutiert, „die Zusammenarbeit zu verstärken, Dialog, Toleranz und menschliches Miteinander zu fördern sowie Initiativen zu ergreifen, um Frieden, Stabilität und Fortschritte für die Menschen und ihre Gesellschaften zu erreichen“.

Die von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Saudi-Arabien geführte Militärallianz führt seit vier Jahren Krieg im Jemen, den die Vereinten Nationen als die „größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart“ bezeichnen.