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Demonstrationen gegen Macrons Arbeitsmarktreform

Paris. Mehrere Zehntausend Menschen haben in Frankreich erneut gegen die geplante Arbeitsmarktreform von Präsident Emmanuel Macron demonstriert. Das berichteten französische Medien am Donnerstag. dpa/kr

Allein in Paris gingen mindestens 16 000 Menschen auf die Straße, bestätigten Polizeikreise. Es habe in der Hauptstadt zunächst keine Zwischenfälle gegeben.

Die Ende August vorgestellte Reform soll heute von der Regierung verabschiedet werden. Sie ist eine Feuerprobe für den im Mai gewählten Macron. Die Aussichten, die Reform noch zu stoppen, sind sehr begrenzt. Das Parlament gab der Regierung bereits eine Art Vollmacht, um das Vorhaben mit fünf Verordnungen zu erlassen. Nach der Billigung im Ministerrat am Freitag werden die Verordnungen veröffentlicht und sind dann gültig.

Der sozialliberale Staatschef verteidigte das Vorhaben in Marseille bei einer offensichtlich ungeplanten Straßendebatte mit Bürgern. Die Reform sei nötig, denn in Frankreich hätten zu viele Menschen keine Arbeit. Die Arbeitslosigkeit ist mit rund zehn Prozent mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland. Die Reform soll die Rolle von Branchen- und Betriebsvereinbarungen stärken und teilweise auch den Kündigungsschutz lockern. Entschädigungen für ungerechtfertigte Kündigungen sollen gedeckelt werden.

Vor eineinhalb Wochen hatten bereits Hunderttausende Menschen gegen die Maßnahmen demonstriert. Bisher hatte nur die linke CGT als einzige große Gewerkschaft zu Protesten aufgerufen. Weitere Demonstrationen und Blockaden sind aber in den kommenden Tagen und Wochen geplant.