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| 11:41 Uhr

Datenskandal bei Facebook
Zuckerbergs Vollidioten

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg im Facebook Innovation Hub.
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg im Facebook Innovation Hub. FOTO: dpa
Vollidioten. Mehr braucht man über den Facebook-Skandal gar nicht zu wissen. Vollidioten, so die Antwort von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, damals Anfang 20, auf die Frage eines Kommilitonen. Zuckerberg bietet dem Freund Informationen über 4000 Harvard-Studenten an, die er besitzt. E-Mails, Fotos, Adressen. "Was?", will der Freund wissen. "Wie bist du an die nur herangekommen?" - "Haben mir die Leute freiwillig gegeben", schreibt Zuckerberg zurück und fügt dann hinzu: "Dumb fucks" - zu Deutsch: "Vollidioten." Richard Gutjahr

Der aktuelle Skandal um das soziale Netzwerk Facebook zeigt: Unsere Daten können zu Waffen werden. Unser Kolumnist meint: Wir selbst sind schuld daran.

Vollidioten. Mehr braucht man über den Facebook-Skandal gar nicht zu wissen. Vollidioten, so die Antwort von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, damals Anfang 20, auf die Frage eines Kommilitonen. Zuckerberg bietet dem Freund Informationen über 4000 Harvard-Studenten an, die er besitzt.

E-Mails, Fotos, Adressen. "Was?", will der Freund wissen. "Wie bist du an die nur herangekommen?" - "Haben mir die Leute freiwillig gegeben", schreibt Zuckerberg zurück und fügt dann hinzu: "Dumb fucks" - zu Deutsch: "Vollidioten".

Dieser Dialog, der sich laut Zuckerberg tatsächlich so zugetragen hat, erzählt die ganze Geschichte des jüngsten Facebook-Skandals. Der damalige Harvard-Student ist heute einer der reichsten Menschen der Welt. Aus den 4000 Datensätzen sind zwei Milliarden geworden. Facebook besitzt mehr und intimere Informationen über die Weltbevölkerung als alle Regierungen, Militärs und Geheimdienste zusammen. Informationen sind Macht.

Daten sind nicht gut oder böse

"Ich habe nichts zu verbergen" - einer der dümmsten Sätze unserer Zeit. Jeder von uns hat Geheimnisse, Schwächen, Sorgen oder Ängste. Jeder von uns ist beeinflussbar. Die größte Kunst von Strippenziehern ist es, den Manipulierten gar nicht merken zu lassen, dass er manipuliert worden ist.

Wir erleben gerade, wie unsere Daten gekapert und gegen uns selbst gerichtet werden. Zuckerbergs Vollidioten sind eben keine unsichtbaren Mächte oder Datenhändler. Nein, wir alle sind das.

Wenn der Facebook-Skandal also etwas Gutes hat, dann vielleicht diese Erkenntnis: Daten sind nicht gut oder böse, in den falschen Händen aber eine mächtige Waffe. Denn der größte Feind, den ein Mensch haben kann, ist er selbst.

Richard Gutjahr ist Moderator für das Bayerische Fernsehen und Blogger. Ihre Meinung? Schreiben Sie unserem Autor: kolumne@rheinische-post.de