• Die Corona-Zahlen und Inzidenz in Deutschland sind weiter hoch.
  • Doch das Tempo der Corona-Impfungen steigt stetig.
  • Am Montag treffen sich Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten zum Impfgipfel.
  • Diskutiert werden eine Aufhebung der Impfreihenfolge und Lockerungen für Geimpfte.
Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer treffen sich am Montag (26.04.) zum nächsten Corona-Gipfel. Das Thema sind nicht mehr wie in der Vergangenheit konkrete Regeln, sondern die Corona-Impfungen. Diskutiert werden:
  • Lockerungen für Geimpfte
  • Aufhebung der Priorisierung

Impfgipfel Uhrzeit: Wann beginnt der Impfgipfel?

Bei der Videokonferenz, die um 15 Uhr beginnen soll, wird im Mittelpunkt stehen, welche Corona-Beschränkungen für Geimpfte und Genesene wegfallen könnten. Anschließend ist eine Pressekonferenz geplant, an der auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) teilnimmt. Berlin hält den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz.

Impfung in Deutschland: Welche Lockerungen für Geimpfte sind geplant?

Einem Eckpunktepapier von Samstag zufolge ist die Bundesregierung der Auffassung, dass es für vollständig gegen Covid-19 Geimpfte und für Genesene Ausnahmen in verschiedenen Bereich gelten sollen, unter anderem bei:
  • Kontaktbeschränkungen
  • Ausgangssperren
  • Einreiseregeln
  • Zugang zu Ladengeschäften und bestimmten Dienstleistungen.
In diesen Bereichen sollen Geimpfte wie negativ Getestete behandelt werden. Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung oder das Abstandsgebot würden jedoch auch für Geimpfte, Genesene und Getestete noch für einen längeren Zeitraum weiter gelten. Auch ein Anspruch auf die Öffnung bestimmter Einrichtungen - etwa Museen oder Schwimmbäder - ergibt sich nach Einschätzung der Bundesregierung aus den für Geimpfte und Genesene festzulegenden Ausnahmen nicht.

Impfdashboard: Wie viele Leute wurden in Deutschland geimpft?

Wie viele Leute aktuell geimpft sind, teilt die Bundesregierung in einem Impfdahsboard mit. Grundlage dafür sind die Daten des Robert Koch-Instituts (RKI). Das ist der Stand (26.04.):
  • 18.965.663 Menschen haben mindestens eine Impfung erhalten.
  • Das sind 22,8 Prozent Erstgeimpfte.
  • 5.855.864 Personen haben bereits einen vollständigen Impfschutz.
  • Das entspricht 7 Prozent der Bevölkerung
So viele Menschen haben bereits eine Impfung erhalten.
So viele Menschen haben bereits eine Impfung erhalten.
© Foto: Impfdashboard

Impfgipfel 2021: Politiker begrüßen Lockerungen für Geimpfte

FDP-Chef Christian Lindner begrüßte die Pläne. „Inzwischen ist klar, dass von Geimpften nach der Zweitimpfung und einer Wartezeit keine Gefahr ausgeht. Damit entfällt jegliche rechtliche Grundlage, die Menschen bei der Verwirklichung ihrer Grundrechte einzuschränken“, sagte Lindner der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ am Sonntag. Geimpfte sollten in nächster Zeit bis auf wenige Ausnahmen keine Einschränkungen mehr hinnehmen müssen, sagte Lindner.
Auch die Grünen-Rechtsexpertin Katja Keul forderte im „Handelsblatt“ die Aufhebung bestimmter Einschränkungen. Sie seien nicht mehr zu rechtfertigen. „Ich hätte es daher schon verfassungsrechtlich für notwendig gehalten, Ausnahmen für Geimpfte direkt im Gesetzestext der Notbremse vorzusehen.“
Die Landkreise schlossen sich der Forderung an. Landkreistagspräsident Reinhard Sager sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Dazu sollte auf dem Impfgipfel eine klare Verabredung erreicht werden.“ Er forderte auch eine Aufhebung der Impfstoffpriorisierung. Dass einige Länder dies für Astrazeneca gemacht hätten, sei richtig. Dem sollten andere Länder folgen. FDP-Chef Lindner plädierte in der Zeitung dafür, die Priorisierung bei den Impfungen in den Arztpraxen „Zug um Zug aufzugeben, insbesondere wenn es um die freiwillige Verimpfung von Astrazeneca geht“.

Impfung ohne Priorisierung: Impfung für alle freigeben?

CSU-Chef Markus Söder regte an, deutlich mehr in der Arbeitswelt und in Familien zu impfen. „Wir brauchen Betriebsimpfungen, wir brauchen Familienimpfungen“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Sonntag in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Grund sei, dass in Firmen und Familien eine hohe Ansteckungsgefahr herrsche. Damit müsse eine weitgehende Freigabe der Impfstoffe einhergehen, sagte Söder. Die Priorisierung nach Alters- und Berufsgruppen sowie Krankheitsbildern sei am Anfang sinnvoll gewesen, „aber jetzt entwickelt sie sich zunehmend zu einem Zeithindernis“.
Söder hatte am Wochenende konkret vorgeschlagen, schon im Mai alle Impfstoffe komplett freizugeben und auch Schüler ab 16 Jahren vermehrt zu impfen.
Auch der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sprach sich für eine Aufhebung der Priorisierung aus. „So wichtig diese zu Beginn war, so wichtig ist es jetzt, die Breite der Bevölkerung sehr schnell zu impfen. Herdenimmunität bekommen wir nur, wenn wir nicht nur Alte und Hochbetagte impfen, sondern vor allem die Menschen mit vielen Kontakten“, sagte er der „Rheinischen Post“.
SPD-Chef Norbert Walter-Borjans sagte dem „Tagesspiegel“, er halte es „für einen ehrlichen und machbaren Plan, den Mai noch im Rahmen der geltenden Priorisierung zu nutzen und ab Juni unterschiedslos zu impfen“. So kämen auch jüngere Menschen schneller zu einer Impfung, „die sich nun mal am ehesten in Gruppen treffen“.

Ärztekammerpräsident: Jüngere eher impfen

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat sich vor dem Corona-Impfgipfel von Bund und Ländern dafür ausgesprochen, jüngere Menschen bei der Impf-Priorisierung stärker in den Blick zu nehmen und eventuell vorzuziehen. „Das ist unter Umständen unter epidemiologischen Gesichtspunkten eine vernünftige
Überlegung“, sagte Reinhardt dem TV-Sender Phoenix am Montag.

Impfterminradar: So kommt man schneller an einen Termin für die Corona-Impfung

Immer mehr Menschen sollen geimpft werden und die Suche nach Terminen ist mühsam. Das Online-Tool „Impfterminradar“ zeigt die freien Impftermine laut 116117 in der eigenen Region an. Gefiltert wird auch nach Altersgruppen.