Wegen einbrechender Patientenzahlen sollen unter anderem auch Zahnärzte, Physiotherapeuten und Reha-Einrichtungen für Eltern-Kind-Kuren profitieren. "Um gut funktionierende Strukturen zu erhalten, werden wir Verluste abfedern und Liquidität sichern", sagte Spahn den RND-Zeitungen vom Wochenende. Die Grünen forderten, auch Einrichtungen zur Versorgung besonders schutzbedürftiger Menschen wie die Wohnungslosenhilfe zu unterstützen.

Therapeuten und Zahnärzten brechen Einnahmen weg

„Viele Patientinnen und Patienten sind derzeit verständlicherweise zurückhaltend, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen"“ erläuterte Spahn. „Therapeuten und Zahnärzten brechen daher die Einnahmen weg.“ Auch Einrichtungen für Eltern-Kind-Kuren bräuchten Unterstützung.

Wie aus einer Übersicht des CDU-Gesundheitsexperten Alexander Krauß hervorgeht, sollen Zahnärzte trotz kräftig gesunkener Patientenzahlen zunächst 90 Prozent der Vergütung aus dem vergangenen Jahr bekommen. Damit soll die Liquidität der Praxen gesichert werden.

Am Ende dieses Jahres können sie demnach 30 Prozent der zu viel gezahlten Summe behalten. Auf die Boni werden weitere staatliche Unterstützungsmaßnahmen wie die Soforthilfe für Selbstständige und das Kurzarbeitergeld nicht angerechnet.

Einmalzuschuss basiert auf 4. Quartal 2019

Sogenannte Heilmittelerbringer – etwa Physiotherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten – bekommen den Angaben zufolge 40 Prozent der Vergütung aus dem vierten Quartal 2019 als Einmalzuschuss. Reha-Einrichtungen für Eltern-Kind-Kuren erhalten – wie bereits klassische Reha-Einrichtungen – 60 Prozent ihrer Einnahmeausfälle ersetzt.

Die Verordnung aus dem Gesundheitsministerium tritt dem Bericht zufolge kommende Woche in Kraft. Der neue Schutzschirm ergänzt die bereits beschlossenen Unterstützungsmaßnahmen der Regierung für Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, Reha- und Vorsorgeeinrichtungen sowie die häusliche Krankenpflege. Das Paket hat einen Umfang von mehreren Milliarden Euro.

Ausweitung des Schutzschirms „überfällig“

Die Grünen-Gesundheitpolitikerin Maria Klein-Schmeink nannte die Ausweitung des Schutzschirms „überfällig“. Es klaffe aber „weiterhin eine Lücke bei den Einrichtungen, die sich um die Versorgung der besonders schutzbedürftigen Menschen kümmern“, sagte Klein-Schmeink und nannte Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, der Gemeindepsychiatrie, die Sozialpädiatrischen Zentren oder Medizinischen Zentren für Erwachsene mit Behinderung. Bei ihnen sei keine Finanzierung der Ausfälle gewährleistet.

Klein-Schmeink forderte zudem Nachbesserungen bei den Ausgleichszahlungen für Heilmittelerbringer. Die Einmalzahlung in Höhe von 40 Prozent für drei Monate werde „in vielen Fällen nicht ausreichen“, kritisierte die Grünen-Politikerin.