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China fordert Zurückhaltung in Nordkorea-Krise

Peking. China hat nach neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber Nordkorea zur Zurückhaltung aufgerufen. Die Lage auf der koreanischen Halbinsel sei kompliziert und heikel. dpa/kr

"Wir hoffen, dass die betroffenen Parteien Zurückhaltung üben und richtige Schritte unternehmen, um zu helfen, die Spannungen abzubauen", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Lu Kang, am Mittwoch in Peking als Reaktion auf die Rede von Trump vor den Vereinten Nationen.

China hoffe, dass die jüngsten Sanktionen der Vereinten Nationen umfassend und genau umgesetzt werden, sagte Lu Kang. Mit den Resolutionen verpflichteten sich alle Parteien, den Frieden und die Stabilität auf der koreanischen Halbinsel zu wahren und für eine friedliche Lösung durch diplomatische Mittel zu arbeiten. Indem die Spannungen reduziert werden, könnten die Bedingungen geschaffen werden, um bald wieder Verhandlungen über die Atomfrage aufzunehmen.

Nach den jüngsten Atom- und Raketentests Nordkoreas hatte Trump den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un als "Raketenmann auf einer Selbstmordmission" bezeichnet. "Wenn (die USA) gezwungen sind, sich selbst oder ihre Verbündeten zu verteidigen, dann haben wir keine Wahl, als Nordkorea total zu zerstören", sagte Trump in seiner ersten Rede vor den Vereinten Nationen.

Auch Russland hat sich von den Drohungen des US-Präsidenten Donald Trump gegen Nordkorea und den Iran abgegrenzt. "Wir wollen niemanden dämonisieren, und wir versuchen immer zu verstehen, was der Kern des Problems ist", sagte Außenminister Sergej Lawrow nach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen Rex Tillerson in der Nacht zum Mittwoch in New York. "Wenn wir einfach nur verurteilen und drohen, dann machen wir uns wahrscheinlich jene zum Feind, auf die wir Einfluss ausüben wollen", sagte er dem Ministerium in Moskau zufolge. Russland ziehe es vor, mit allen Parteien im Gespräch zu bleiben. "Wir zweifeln nicht, dass die USA in der Lage sind, etwas sehr Destruktives zu tun."