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Flüchtlingspolitik
CDU und CSU vor Durchbruch bei Zuwanderung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am 26.09.2017 in Berlin im vor Beginn der ersten Sitzung der Unionsfraktion aus CDU und CSU im Bundestag in der 19. Legislaturperiode. CDU und CSU stehen nach jahrelangen Streit über eine Flüchtlings-Obergrenze vor einem Durchbruch beim Thema Zuwanderung.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am 26.09.2017 in Berlin im vor Beginn der ersten Sitzung der Unionsfraktion aus CDU und CSU im Bundestag in der 19. Legislaturperiode. CDU und CSU stehen nach jahrelangen Streit über eine Flüchtlings-Obergrenze vor einem Durchbruch beim Thema Zuwanderung. FOTO: Michael Kappeler / dpa
Berlin. CDU und CSU stehen nach jahrelangem Streit über eine Flüchtlings-Obergrenze vor einem Durchbruch beim Thema Zuwanderung. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag am Rande der Unions-Verhandlungen über einen gemeinsamen Kurs.

Von Teilnehmern der Runde um Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und CSU-Chef Horst Seehofer hieß es, man arbeite bereits an einem endgültigen Text für die Einigung. Dazu habe man Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zu der Runde hinzugeholt.

Nach einstündigen getrennten Beratungen beider Seiten hatten sich Merkel und Seehofer am späten Nachmittag zu einem weiteren Gespräch unter vier Augen zurückgezogen. Auch das wurde in Teilnehmerkreisen als positives Zeichen für eine Einigung gewertet. Mit einem Kompromiss in der lange schwelenden Obergrenzen-Debatte wäre das wichtigste Hindernis für einen gemeinsamen Kurs der zerstrittenen Unionsschwestern in den anstehenden Jamaika-Verhandlungen mit FDP und Grünen beseitigt.

Zuvor hatte Merkel der CSU nach dpa-Informationen einen Kompromissvorschlag beim schwierigsten Streitthema Zuwanderung vorgelegt. In Teilnehmerkreisen hieß es, damit könne es Seehofer möglich sein, sein Versprechen einer Obergrenze von 200 000 Menschen einzuhalten, die in einem Jahr nach Deutschland kommen dürften. Dem Vernehmen nach geht es darum, verschiedene Bestandteile des Zuwanderungsthemas mit konkreten Zahlen zu verknüpfen und dann zu addieren.

Als Beispiel wurde etwa ein von der CSU ins Gespräch gebrachtes Flüchtlingskontingent genannt, das vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR ausgesucht werden könnte. Hinzu kommen könnte ein Austausch von Migranten auf europäischer Ebene. Auch das angestrebte Abkommen mit afrikanischen Herkunftsstaaten von Migranten - ähnlich wie jenem der Europäischen Union mit der Türkei - könne hinzukommen.

(dpa/bob)