• Nach der Bundestagswahl beginnt das schwierige Ringen um die Regierungsbildung
  • Die SPD ist nach dem Auszählungsergebnis aller Wahlkreise zwar stärkste Kraft geworden und will mit Olaf Scholz den nächsten Kanzler stellen
  • die Union erhebt aber trotz ihrer historischen Niederlage ebenfalls den Anspruch, die Regierung anzuführen
  • Beide setzen dafür auf ein Bündnis mit Grünen und FDP
  • Das Buhlen um die potenziellen Partner hat bereits begonnen
Bei der Bundestagswahl 2017 hat es über fünf Monate gedauert, bis die neue Regierungsbildung abgeschlossen war. Nach der Bundestagswahl 2021 ist noch unklar, welche Parteien Deutschland künftig regieren werden. Eine Neuauflage der Großen Koalition wäre zwar möglich, wird aber von den zwei großen Parteien CDU und SPD nicht in Erwägung gezogen. Alles deutet derzeit auf ein Bündnis von drei Parteien hin.

Vorläufige Wahlergebnisse der Bundestagswahl 2021 - Stimmen für SPD, CDU, Grüne und Co.

  • SPD 25,7 Prozent
  • CDU/CSU 24,1 Prozent
  • Die Grünen 14,8 Prozent
  • FDP 11,5 Prozent
  • AfD 10,3 Prozent
  • Die Linke 4,9 Prozent
Welche Konstellation möglich sind, bleibt noch offen. Vieles könnte von Grünen und FDP abhängen.

Folgende Koalitionen sind nach der Bundestagswahl 2021 möglich

SPD, Grüne und FDP (Ampel-Koalition)

Eine Koalition zwischen SPD, Grünen und FDP hätte eine komfortable Mehrheit. Auch inhaltlich sieht es zwischen SPD und Grünen gut aus. Die Parteien sind sich bei vielen Themen einig, wie etwa bei der Vermögenssteuer oder einer Lockerung der Schuldenbremse.

CDU/CSU, Grüne und FDP (Jamaika-Koalition)

Ebenfalls auf eine Mehrheit der Sitze im Bundestag käme ein Bündnis aus schwarz-grün-gelb. Aus Sicht der Grünen gibt es wenig Überschneidungen mit der CDU/CSU. Union und FDP könnten versuchen, die Grünen etwa in ihrer Klima- und Sozialpolitik auszubremsen.

Koalition zwischen CDU/CSU und SPD

Eine Große Koalition wäre rein rechnerisch möglich. Allerdings hat die SPD kein großes Interesse, ein Bündnis mit der Union neu einzugehen. Ausgeschlossen ist eine Große Koalition aber dann nicht, wenn sich FDP und die Grünen bei den Verhandlungen nicht einig werden und kein Bündnis mit beiden Parteien zustande kommt.

Koalition zwischen SPD, Grüne und Linke

Diese Option fällt aus für Olaf Scholz: Rot-Grün-Rot hat keine Mehrheit. Eine Drohkulisse kann Scholz damit also nicht aufbauen. Mit den besten Karten geht trotzdem derjenige in die Sondierungen, der nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis die Nase vorne hat. Und das ist klar die SPD.