Anlässlich der Bundestagswahl am 26. September 2021 und dem Wahlkampf vor dieser Bundestagswahl haben Redakteurinnen und Redakteure in einer Arbeitsgruppe Regeln für die LR-Redaktion diskutiert. Das Ergebnis sind die folgenden Richtlinien, die in der Redaktion am 30. April 2021 bekannt gemacht worden sind. Zugleich sollen diese Regeln Leserinnen und Lesern sowie aktiven Politikerinnen und Politikern transparent gemacht werden.

Wahlberichterstattung: Haltung der Lausitzer Rundschau

Die Redaktion der Lausitzer Rundschau hat sich für die Berichterstattung zur Bundestagswahl 2021 selbst Richtlinien gegeben, die sie hier transparent macht. Ziel ist es, einerseits zu verdeutlichen, welchem Informationsauftrag die Redaktion sich verpflichtet sieht. Andererseits geht es darum, möglichst Chancengleichheit im Wahlkampf zu gewähren.
  • Die Redaktion berichtet über Wahlen wie stets unbedingt unabhängig von Parteien und Interessenverbänden sowie überkonfessionell.
  • Die Redakteurinnen und Redakteure der LR kandidieren selbst nicht bei den Wahlen und arbeiten grundsätzlich auch nicht im Wahlkampfteam eines Kandidaten oder einer Kandidatin mit.
  • Die Redakteure und Redakteurinnen sind natürlich auch Menschen mit persönlichen Beziehungen und politisch interessierte Staatsbürger, die ihr Wahlrecht wahrnehmen können.
  • Sofern Redakteurinnen oder Redakteure eine persönliche Nähe zu einem Kandidaten oder einer Kandidatin haben, nehmen sie an der Berichterstattung über diesen Kandidaten bzw. diese Kandidatin nicht teil.
  • Die Redaktionsmitglieder stehen grundsätzlich nicht für Moderationen von Wahlveranstaltungen zur Verfügung. Es sei denn, es handelt sich um überparteiliche Foren oder Veranstaltungen der Lausitzer Rundschau.

Wie die Lausitzer Rundschau über den Wahlkampf berichtet

Die Themen setzt die Redaktion der Lausitzer Rundschau.
  • Es besteht keine Pflicht, Parteiveranstaltungen, Wahlkampfauftritte, Wahlforen oder ähnliche Veranstaltungen zu begleiten.
  • Folglich besteht auch keine Pflicht zur Berichterstattung – und schon gar keine Verpflichtung, alle Kandidatinnen und Kandidaten bzw. Parteien gleich zu behandeln.
  • Ebenso wenig ergibt sich aus der bloßen Anwesenheit von prominenten Politikerinnen und Politikern/Ministerinnen und Ministern oder Ministerpräsidenten oder Mandatsträgern ein Grund für eine Berichterstattung.
  • Wir veröffentlichen ausgewählte Umfragen bzw. Prognosen zum Wahlausgang dann, wenn wir es für nötig erachten.
  • Wir veröffentlichen in der Zeitung, im ePaper und wahlweise online nur Lesermeinungen zu Wahlthemen/Wahlveranstaltungen, über die wir selbst berichtet haben – von denen wir uns also selbst ein Bild gemacht haben.
  • Funktions- und Mandatsträger*innen oder deren Sprecher*innen können sich mit politischen Themen an die Redaktion wenden, jedoch keine Lesermeinungen veröffentlichen. Über die Verwertung von Themen wird ausschließlich nach journalistischen Gesichtspunkten entschieden.
  • In keinem Fall nehmen wir Interview-Anfragen von Politiker*innen an, die Termine in Orten der Lausitz nutzen wollen, um Lokalredaktionen zu besuchen oder aber „Exklusiv“-Interviews anbieten. Wenn wir Fragen haben, gehen wir selbst auf die jeweiligen Kandidat*innen oder Politiker*innen zu.
  • Wir kennzeichnen Wahlkampfberichterstattung eindeutig – online in der Dachzeile oder Überschrift eines Artikels, in gedruckten Beiträgen mit einem Logo.

Wie die LR mit extremistischen Parteien und Politikern umgeht

Diejenigen Parteien, die erkennbar die freiheitliche demokratische Grundordnung in der Bundesrepublik Deutschland verachten oder bekämpfen, erhalten bei der LR kein Forum.
Dennoch berichtet die Lausitzer Rundschau über politischen Extremismus, wenn es relevant ist und notwendig erscheint.
Mehr Informationen und Hintergründe zur Bundestagswahl 2021 finden Sie auf der Themenseite zur Bundestagswahl auf LR Online.

Was die Lausitzer Rundschau zur Bundestagswahl plant

Diese Themen spielen in der Wahlkampfberichterstattung der LR voraussichtlich schwerpunktmäßig eine Rolle: ärztliche Versorgung, Infrastruktur und Anbindung der Lausitz an die Metropolen, Digitalisierung, Strukturwandel sowie Wohnen und junge Familien in der Lausitz und im Elbe-Elster-Land.

Wie über Kandidatinnen und Kandidaten berichtet wird: Die Kandidatenvorstellung erfolgt über einen einheitlichen Fragenkatalog. Jede/r Kandidat*in bekommt dieselben 10 Fragen, die in einer von uns vorgegebenen Länge beantwortet werden können. Der Fragenkatalog wird voraussichtlich Anfang August 2021 von der LR-Redaktion verschickt – mit einer Frist zur Beantwortung.

Zu den Verfassern dieses Artikels: Susann Michalk ist Co-Digitalchefin der LR und für die zentrale Themenplanung verantwortlich. Sie leitete die AG Bundestagswahl 2021. Oliver Haustein-Teßmer ist neben Claus Liesegang Co-Chefredakteur der Lausitzer Rundschau und vertritt die publizistische Linie der Medienmarke.