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| 20:07 Uhr

Bundestag verabschiedet Brückenteilzeitgesetz
Flexibilität für Arbeitnehmer

ARCHIV - 31.07.2017, Bayern, Rosenheim: ILLUSTRATION - Eine Stellenanzeige hängt in der Nähe von Rosenheim in einem Schaufenster. Arbeitnehmer sollen künftig ein Recht auf befristete Teilzeit bekommen. Danach sollen sie in Vollzeit zurückkehren können. Das sieht das Gesetz zur Einführung einer Brückenteilzeit vor, das der Bundestag an diesem Donnerstag (18.10.2018) verabschieden will. Foto: Angelika Warmuth/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit
ARCHIV - 31.07.2017, Bayern, Rosenheim: ILLUSTRATION - Eine Stellenanzeige hängt in der Nähe von Rosenheim in einem Schaufenster. Arbeitnehmer sollen künftig ein Recht auf befristete Teilzeit bekommen. Danach sollen sie in Vollzeit zurückkehren können. Das sieht das Gesetz zur Einführung einer Brückenteilzeit vor, das der Bundestag an diesem Donnerstag (18.10.2018) verabschieden will. Foto: Angelika Warmuth/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit FOTO: dpa / Angelika Warmuth
Berlin.

. „Wir müssen in Deutschland dafür sorgen, dass die Arbeit besser zum Leben passt und nicht umgekehrt.“ So begründete Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) die Brückenteilzeit, die am Donnerstag vom Bundestag endgültig beschlossen wurde. Vollzeitbeschäftigte können zeitlich befristet in Teilzeit wechseln. Nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Arbeitnehmer bräuchten Flexibilität. Die Abgeordneten der Regierungskoalition stimmten für das Gesetz. Grüne und Linke enthielten sich, AfD und FDP stimmten dagegen. Es tritt Anfang 2019 in Kraft.

Gilt die Brückenteilzeit in allen Unternehmen? Nein, nur in Betrieben mit mehr als 45 Arbeitnehmern. Haben sie bis zu 200 Mitarbeiter, muss sie der Arbeitgeber nur einem pro angefangenen 15 Beschäftigten gewähren. Das Gesetz gilt außerdem nicht für Beamte.

Wer hat Anspruch auf Brückenteilzeit? Alle Arbeitnehmer, die in Vollzeit arbeiten, wenn ihr Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht. Sie müssen keine bestimmten Gründe anführen wie Kindererziehung oder Pflege. Die Möglichkeit besteht auch bei befristeten Jobs. Ausgenommen sind Auszubildende, für die es allerdings eine Teilzeitberufsausbildung gibt.

Wie lange kann die Brückenteilzeit dauern? Mindestens ein Jahr und maximal fünf Jahre. Ist sie einmal vereinbart, sind eine Verlängerung oder Verkürzung nicht möglich. Nach Ablauf des Zeitraums kehrt der Arbeitnehmer automatisch in Vollzeit zurück. Dann hat er aber keinen Anspruch auf den alten Arbeitsplatz, sondern nur auf eine vergleichbare Arbeit. Wer einmal in Teilzeit war, kann frühestens ein Jahr nach Rückkehr in Vollzeit einen neuen Antrag auf Brückenteilzeit stellen.

Wie stark muss die Arbeitszeit verkürzt werden? Das Gesetz sieht keine Mindestarbeitszeit vor.

Wann kann der Arbeitgeber die Brückenteilzeit ablehnen? Der Antrag muss mindestens drei Monate vor Beginn in Textform gestellt werden. Eine E-Mail genügt. Der Arbeitgeber muss den Wunsch mit dem Mitarbeiter erörtern. Dieser kann den Betriebsrat hinzuziehen. Seine Entscheidung muss ihm der Betrieb spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn schriftlich mitteilen. Tut er dies nicht, wird die Verkürzung automatisch wirksam. Ablehnen kann er aus betrieblichen Gründen, etwa wenn Organisation, Arbeitsablauf oder Sicherheit im Betrieb enorm beeinträchtigt werden.

Haben Arbeitnehmer in unbegrenzter Teilzeit Anspruch auf Brückenteilzeit? Nein, sie können nur ihre Stundenzahl für eine begrenzte Zeit weiter verringern. Allerdings müssen sie schon bisher bei der Besetzung freier Stellen bevorzugt berücksichtigt werden, wenn sie länger arbeiten wollen; dies wird erleichtert.