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| 08:28 Uhr

Entscheidung zum Umgang mit den Wildtieren
„Der Wolf gehört ins Jagdgesetz“

 Nun ist für ganz Deutschland schriftlich fixiert, wann Wölfe „entnommen“, also gejagt und geschossen werden dürfen.
Nun ist für ganz Deutschland schriftlich fixiert, wann Wölfe „entnommen“, also gejagt und geschossen werden dürfen. FOTO: dpa / Carsten Rehder
Berlin. Bundesregierung nach langem Ringen zwischen Umwelt- und Agrarministerium einig über Umgang mit dem Raubtier.

Nun ist schriftlich fixiert, wann Wölfe „entnommen“, also gejagt und geschossen werden dürfen. Nach langem Ringen zwischen Umwelt- und Agrarministerium ist der „Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes“ heute Thema im Kabinett. Allerdings bedurfte es am Ende des Eingreifens des Kanzleramtsministers und des Vizekanzlers.

Die wachsende Zahl der Wölfe in Deutschland, angeblich sollen es rund 1000 sein, wird vor allem für Weidetierhalter zum Problem. Im Jahr 2017 wurden durch Wölfe genau „1336 Schafe, 31 Ziegen, 140 Rinder, 123 Gehegewild, sowie zwei Alpakas, zwei Pferde (davon ein Fohlen) und zwei Hunde verletzt und/oder getötet oder gelten als vermisst.“ So die offizielle Auskunft der Bundesregierung vom April dieses Jahres.

„Ich bin froh, dass wir jetzt endlich eine Einigung haben, die Herdenschutz und Artenschutz in Einklang bringt“, freut sich Umweltministerin Svenja Schulze (SPD). „Es wird künftig einfacher, Herden vor wiederholten Rissen zu schützen, aber der Wolf bleibt eine streng geschützte Tierart.“ Nur ausnahmsweise sollen spezialisierte Jäger zum Gewehr greifen dürfen.

Im Prinzip war das auch bisher so. Nun soll klargestellt werden, dass zur Abwendung „ernster Schäden“ und bei wiederholten Übergriffen seitens der Raubtiere die finale Bestrafung erfolgen kann.

Haben Wölfe zweimal zugeschlagen, kann der Abschuss eines Wolfes beantragt werden. Dabei muss nicht mehr der tatsächliche Übeltäter eines Rudels ausfindig gemacht werden. Es geht um den Lerneffekt für das Rudel. Darüber ist Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) froh. Schließlich sei es „keinem zu erklären, dass reißende Wölfe erst geschossen werden dürften, wenn der DNA-Vergleich gemacht wurde“.

Kritik an der Gesetzesvorlage gibt es bereits. Bauern- und Jagdverband wollen einen „Akzeptanzbestand“. Wird eine bestimmte Zahl von Wölfen überschritten, soll eine „Schutzjagd“ möglich sein. „Entscheidend für ein Zusammenleben mit dem Wolf ist der Herdenschutz, für den der Bund mehr finanzielle Unterstützung, Beratung und Rechtssicherheit leisten muss“, erklärt die agrarpolitische Sprecherin der linken Bundestagsfraktion, Kirsten Tackmann. So ähnlich sieht es auch Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. So aber seien „die geplanten Änderungen kein Gewinn für die Koexistenz für Mensch, Weidetier und Wolf“.

Für die FDP-Bundestagsfraktion kündigte deren jagdpolitischer Sprecher Karlheinz Busen einen eigenen Gesetzentwurf an. Busen gibt dafür schon einmal die Richtung vor: „Der Wolf gehört ins Jagdgesetz.“

 Nun ist für ganz Deutschland schriftlich fixiert, wann Wölfe „entnommen“, also gejagt und geschossen werden dürfen.
Nun ist für ganz Deutschland schriftlich fixiert, wann Wölfe „entnommen“, also gejagt und geschossen werden dürfen. FOTO: dpa / Carsten Rehder