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| 19:05 Uhr

Zur Person
Besonderer Blick auf TrumpManigaultNewman

Omarosa Manigault Newman
Omarosa Manigault Newman FOTO: dpa / Mary Altaffer
US-Präsident Donald Trump steht unter Beschuss einer früheren engen Mitarbeiterin. Seine Ex-Beraterin Omarosa Manigault Newman veröffentlichte am Dienstag (Ortszeit) ein Enthüllungsbuch über das Weiße Haus, in dem sie Trump Selbstbezogenheit, geistige Schwäche und Diskriminierung vorwirft. dpa

Nachdem sie vorab mit der Veröffentlichung heimlicher Mitschnitte aus dem Weißen Haus für Wirbel gesorgt hatte, drohte sie nun mit weiteren Enthüllungen.

Manigault Newmans Buch „Unhinged“ (auf Deutsch etwa: „Gestört“ oder „Aus den Angeln gehoben“) kam am Dienstag in die US-Buchläden. Darin beschreibt sie Trump als „Rassisten“ und „Frauenfeind“, dessen hervorstechendste Eigenschaft das „totale Fehlen von Mitgefühl“ sei. Trump sei zwar ein brillanter Geschäftsmann, aber zugleich ein „funktionaler Analphabet“, der vergesslich und leicht zu frustrieren sei. Manigault Newman, die als Teilnehmerin in Trumps früherer Reality-Show „The Apprentice“ bekannt wurde, war nach Trumps Wahlsieg als Beraterin im Weißen Haus eingestellt worden. Im Dezember wurde sie entlassen.

Die 44-Jährige hatte am Sonntag einen Mitschnitt ihres Entlassungsgesprächs mit Stabschef John Kelly publik gemacht, am Montag veröffentlichte sie ein vertrauliches Gespräch mit dem US-Präsidenten. Zur Begründung sagte Manigault Newman, sie habe sich damit schützen wollen gegen das Weiße Haus, „in dem jeder lügt“. Dem Sender NBC sagte sie zudem, es gebe noch weitere Aufnahmen.

Trump reagierte insbesondere erbost auf die Veröffentlichung eines Mitschnitts durch den Sender NBC, wonach er von der Entlassung seiner engen Mitarbeiterin gerade erst gehört hatte und nicht vorab informiert worden war. Der US-Präsident schrieb eine Serie wütender Tweets und beschimpfte seine langjährige Bekannte als „Abschaum“.

Im Sender MSNBC sagte Manigault Newman später, sie sei zu einer Zusammenarbeit mit US-Sonderermittler Robert Mueller bereit. Dessen Büro habe sie bereits kontaktiert. In Muellers Ermittlungen geht es schwerpunktmäßig um mutmaßliche russische Einmischungen zugunsten Trumps in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 sowie den Verdacht einer möglichen Verwicklung von Trump-Mitarbeitern in diese Interventionen.

Die Afroamerikanerin Manigault Newman warf Trump überdies vor, er habe während der Aufnahmen für „The Apprentice“ „mehrfach“ das Wort „Nigger“ verwendet, eine extrem abwertende Bezeichnung für Schwarze. Trump reagierte am Montagabend empört: Er habe „ein solch schreckliches und ekelhaftes Wort“ erwiesenermaßen nie benutzt und werde es auch nie in seinen Wortschatz aufnehmen, schrieb er bei Twitter. Zugleich beschimpfte er Manigault Newman als „gestört“.

Der US-Präsident verwies außerdem auf eine mutmaßlich von Manigault Newman unterzeichnete Geheimhaltungsvereinbarung. Damit räumte er erstmals ein, dass Regierungsmitglieder zur Unterzeichnung derartiger potenziell illegaler Vereinbarungen aufgefordert wurden. (dpa/roe)