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| 09:45 Uhr

1337 Waffen schießen ungenau
Berliner Polizei fordert treffsichere Pistolen

Die Pistole SFP9 vom deutschen Hersteller Heckler & Koch. Die Probleme der Berliner Polizei mit ihren neuen Dienstwaffen reißen nicht ab. Auch nach einer Überprüfung durch den Hersteller entsprächen 1337 Pistolen nicht den „Vorgaben an ein einwandfreies Produkt“, teilte die Behörde mit.
Die Pistole SFP9 vom deutschen Hersteller Heckler & Koch. Die Probleme der Berliner Polizei mit ihren neuen Dienstwaffen reißen nicht ab. Auch nach einer Überprüfung durch den Hersteller entsprächen 1337 Pistolen nicht den „Vorgaben an ein einwandfreies Produkt“, teilte die Behörde mit. FOTO: dpa / Daniel Karmann
Berlin. Pistolen, die treffen, sollten bei der Polizei selbstverständlich sein. Doch die Berliner Behörde scheint genau darum kämpfen zu müssen.

Die Probleme der Berliner Polizei mit den neuen Dienstwaffen reißen nicht ab. Auch nach einer Überprüfung durch den Hersteller entsprächen 1337 Pistolen nicht den „Vorgaben an ein einwandfreies Produkt“, teilte die Behörde auf Anfrage mit.

Die Ware soll demnach an Heckler & Koch zurückgeschickt werden, erneut mit der Bitte um Nachbesserung. Die Polizei erklärte, der eigene Anspruch auf eine Ausstattung der Mitarbeiter mit „einer technisch einwandfreien und treffsicheren Pistole“ sei eindeutig. Insgesamt hat die Behörde 24 000 Exemplare bestellt, bisher sind erste Chargen ausgeliefert.

Am Montag hatte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) von anhaltenden Schwierigkeiten mit der Treffgenauigkeit der Waffe berichtet. Der Hersteller habe erklärt, so die GdP, dass der Lauf der Waffe wandere, die Pistole müsse eingeschossen werden.

Die Polizei bestätigt Gewerkschaftsangaben, wonach mit den bereits einmal vom Hersteller nachgebesserten Pistolen noch mehr als 60 Schüsse abgefeuert werden müssen, bevor sich eine „stabile Treffpunktlage“ einstellt, wie es die Behörde formuliert.

Die GdP rechnete aus: Bei Patronenkosten von 45 Cent würde allein das Einschießen bei den geplanten rund 24 000 neuen Waffen mehr als 700 000 Euro kosten. Anstatt die Waffen selbst einzuschießen, will die Polizei erreichen, dass der Hersteller dies übernimmt, „um so einen korrekten auslieferungsfähigen Zustand zu erreichen“.

Mit dem erneuten Problem verzögert sich laut GdP die Schulung der Beamten im Umgang mit der neuen Waffe - und natürlich auch die Ausgabe. Bisher sind 60 Polizisten zweier Direktionen mit der neuen Waffe ausgerüstet, und rund 60 weitere Kräfte aus dem Einsatztraining sowie waffentechnisches Fachpersonal. Nach dem Einschießen seien die Ergebnisse „hervorragend“, betonte die Polizei.

Die mangelnde Treffgenauigkeit der neuen Waffen war erstmals im Sommer bekannt geworden. Damals hatte Heckler & Koch in einer von der Polizei verschickten Erklärung eingeräumt, bei bemängelten Exemplaren aus ersten Charge die Visiereinrichtung nachjustieren zu müssen. Dies werde schnell und gründlich vorgenommen, hieß es. Damals nannte die Polizei keine Anzahl der reklamierten Waffen.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte im Januar als Reaktion auf den Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt angekündigt, die Polizei mit neuen Schutzwesten, Waffen und Helmen aufzurüsten. 45 Millionen Euro sollten für das laufende Jahr in die Hand genommen werden. Schon lange hatten Polizisten über ihre veraltete Ausrüstung geklagt.

(dpa/fh)