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| 19:30 Uhr

Pressekonferenz vor Angela Merkels Start in den Urlaub
Die Kanzlerin hat noch viel vor

 Gut gelaunt plauderte die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag mit der Hauptstadtpresse. 
Gut gelaunt plauderte die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag mit der Hauptstadtpresse.  FOTO: dpa / Wolfgang Kumm
Berlin. Keine medizinischen Auskünfte. Nichts über die Mühen des Amtes. Die Kanzlerin betont, es sei wichtig, „dass ich mich zu der Verantwortung bekenne, als Regierungschefin handlungsfähig zu sein“. Jetzt hat sie Urlaub. Von Ellen Hasenkamp

Schon blazertechnisch erinnerte die Situation in der Bundespressekonferenz an das Vorjahr. Wie im Juli 2018 erschien die Kanzlerin zur sommerlichen Befragungsrunde in leuchtendem Rot. Und erneut hat sie dramatische, durchaus koalitionsbedrohende Zeiten hinter sich gebracht. War es vor zwölf Monaten der Flüchtlingsstreit der Union, sorgte zuletzt die desolate und völlig ungeklärte Lage des Partners SPD für Unruhe. In Merkels eigener Partei war zwischendurch ebenfalls einiges los, und seit Mittwoch sitzt mit CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer eine neue Verteidigungsministerin am Kabinettstisch.

Angela Merkel aber versicherte, dass sie ihr Amt weiterhin gerne ausübe und sich als Kanzlerin „immer wieder freuen kann darüber, was Menschen auf den Weg bringen“. Und sie berichtete von ihrem „Optimismus, dass man die Koalition weiterführen kann“. Diese beiden Aussagen bilden vermutlich die Hauptbotschaft der Veranstaltung: Weder Merkel noch dieses fragile Bündnis aus Union und Sozialdemokraten sind am Ende.

Im Gegenteil: „Es liegen noch viele Aufgaben vor uns. Deshalb wird der Herbst auch sehr arbeitsreich sein“, sagte Merkel. Klimaschutz steht auf der Agenda, Grundrente, Kampf gegen Bürokratie und der Abbau des Solidaritätszuschlags. Anlass für politische Rabatte an die darbende SPD sieht die Regierungschefin nicht. Sie schaue „voller Hochachtung“ auf deren Vorsitzfindung und arbeite ansonsten mit den drei Interims-Parteichefs und dem Vizekanzler gut zusammen.

Was die Findung des möglichen nächsten CDU-Kanzlers betrifft, hielt sie sich gewohnt zurück. Zugleich aber wurde deutlich, dass sie Kramp-Karrenbauer dafür als Parteichefin „in einer wichtigen und entscheidenden Position“ sieht. Lob hatte sie aber auch für Gesundheitsminister Jens Spahn parat: „Er schafft ‚ne Menge weg.“ Mehr Anerkennung ist von der Effizienz-begeisterten Kanzlerin kaum denkbar. Doch auch eine Angela Merkel gerät schon mal ins Plaudern: Bei der Frage nach der Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Ost und West berichtete sie ungewohnt ausführlich und persönlich über Hamsterkäufe von Tempotaschentüchern oder Tomatenmark. „Man war ja fleißig in der DDR.“

Ab nächste Woche stehen für Merkel ein paar Tage Urlaub an. Wohin es geht, verriet sie auch diesmal nicht. Und auch die Frage nach ihrer Gesundheit beantwortete die Kanzlerin eher abstrakt: „Ich kann diese Funktion ausüben“, sagte sie und schob hinterher, dass sie durchaus auf ein weiteres Leben nach ihrer Amtszeit hoffe: „Das würde ich gerne gesund weiterführen.“

 Gut gelaunt plauderte die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag mit der Hauptstadtpresse. 
Gut gelaunt plauderte die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag mit der Hauptstadtpresse.  FOTO: dpa / Wolfgang Kumm