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Außenminister Gabriel in Uganda und Südsudan

Köln. (dpa/kr) Außenminister Sigmar Gabriel ist am späten Dienstagabend zu einer zweitägigen Afrika-Reise aufgebrochen, in deren Mittelpunkt die Flüchtlingspolitik steht. Am Mittwoch hat er in Uganda eine Flüchtlingssiedlung besucht, in der mehr als 90 000 Menschen überwiegend aus dem von Hunger und Bürgerkrieg schwer erschütterten Südsudan leben.

Uganda hat insgesamt fast eine Million Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufgenommen und damit so viele wie kein anderes Land. Der zentralafrikanische Staat gilt als vorbildlich bei der Integration von Flüchtlingen.

Nach SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat auch Außenminister Sigmar Gabriel eindringlich vor einer Rückkehr der Flüchtlingskrise nach Europa gewarnt. "Wenn wir nichts machen, dann wird Italien irgendwann seine Grenzen öffnen müssen, weil es einfach zu viele sind", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch bei einem Besuch im ostafrikanischen Uganda. Wenn keine Mechanismen für die Verteilung von Flüchtlingen in der Europä ischen Union gefunden würden, "dann landen wir in der gleichen Krise".

Gabriel besuchte am Mittwoch mit Uganda ein afrikanisches Musterland bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Das Land, das selbst Jahrzehnte des Bürgerkriegs hinter sich hat, hat in den vergangenen Jahren fast eine Million Flüchtlinge aus dem von Hunger und Gewalt erschütterten Nachbarland Südsudan aufgenommen. "Vielleicht sollten wir auch ein paar Delegationen (. . .) aus ein paar anderen europäischen Ländern herschicken, um zu sehen, was Solidarität alles schaffen kann", sagte Gabriel beim Besuch einer Flüchtlingssiedlung im Norden des Landes.

Am Donnerstag reist Gabriel in den Südsudan weiter. Dort war 2013 ein Bürgerkrieg zwischen Anhängern von Präsident Salva Kiir vom Volk der Dinka und den Unterstützern des früheren Vizepräsidenten Riek Machar vom Volk der Nuer ausgebrochen. Seitdem sind knapp vier Millionen Menschen geflohen. Rund sechs Millionen Südsudanesen haben nicht genug zu essen - etwa die Hälfte der Bevölkerung.

Für Gabriel ist es bereits die vierte Afrika-Reise seit seinem Amtsantritt vor gut einem halben Jahr.