ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 09:13 Uhr

Armin Laschet in der Ditib-Falle

Vor wenigen Wochen hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) noch erklärt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte vor wenigen Tagen, der Islam gehöre zu Nordrhein-Westfalen. Wenn selbst zwei führende Unionspolitiker sich nicht auf ein gemeinsames Verständnis von der Rolle der in Deutschland lebenden Muslime verständigen können, zeigt das, wie gespalten die Gesellschaft in der Frage ist. Thomas Reisener

Vor wenigen Wochen hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) noch erklärt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte vor wenigen Tagen, der Islam gehöre zu Nordrhein-Westfalen. Wenn selbst zwei führende Unionspolitiker sich nicht auf ein gemeinsames Verständnis von der Rolle der in Deutschland lebenden Muslime verständigen können, zeigt das, wie gespalten die Gesellschaft in der Frage ist.

Umso schwieriger ist es, dann auch noch das Verhältnis zu einem besonders problematischen muslimischen Dachverband zu definieren. Ditib ist der verlängerte Arm einer türkischen Regierung, deren autoritäres Verhalten inzwischen nicht mehr zum westlichen Demokratieverständnis passt. Deshalb kann Laschet mit Ditib nicht kooperieren. Aber Ditib ist immer noch die Organisation, die in NRW mehr Muslime als jede andere vertritt. Deshalb kann Laschet sie auch nicht ignorieren, wenn ihm an einem friedlichen Miteinander liegt.

Der Umgang mit Ditib ist eine extrem schwierige diplomatische Herausforderung. Niemand weiß den richtigen Weg. Sicher ist nur, dass der Zeitdruck, den die Opposition aufbauen will, auch nicht hilfreich ist.